Geht es nach der Meinung von SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger und fünf Offizieren der Schweizer Armee, soll Globi noch mal einrücken. In einem offenen Brief wandten sie sich an den Globi-Verlag – mit der Bitte, die Ausgabe «Globi wird Soldat» aus dem Jahr 1940 neu aufzulegen.

Die Ausgabe zu Zeiten der Mobilmachung im Zweiten Weltkrieg soll aktualisiert werden. Schliesslich habe sich die Armee in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt, ihre Aufgaben und Bedrohungen seien heute andere, heisst es im Brief. Unverändert sei hingegen, dass die Armee für die Vielfalt sowie den Zusammenhalt und die Solidarität des Landes stehe. Die Unterzeichnenden sind überzeugt, dass das Offiziers- und Soldatenleben spannende Geschichten und Abenteuer für eine neue Globi-Ausgabe bieten würden.

Ausgabe sei nicht mehr aktuell und zeitgemäss

Die Geschichten von Globi seien ihnen in guter Erinnerung. «Globis Geschichten und Abenteuer sind auch heute immer noch packend und ein Spiegel unserer Gesellschaft», heisst es im Brief. Neben Sandra Sollberger hat auch der Zofinger Politikberater – unter anderem von SVP-Nationalrat Thomas Burgherr – und Major Urs Vögeli den Brief unterschrieben.

Der Vater von zwei Kindern ist selbst im Besitz einer alten «Globi wird Soldat»-Ausgabe. Leider sei das Buch aber nicht mehr aktuell und zeitgemäss, sagt Vögeli auf Anfrage. Zum Vergleich erwähnt er die Ausgabe «Globi und der Goldraub», das vor drei Jahren im Globi-Verlag erschien. Dort vermittle man ja auch ein modernes Bild der Polizei.

Doch sind Globi lesende Kinder das richtige Zielpublikum für Armee-Werbung? Vögeli sagt, dass ihr Anliegen nicht a priori als Werbung für die Armee zu verstehen sei. Leider fehle aber vielen Kindern heutzutage der Bezug zum Militär. Früher habe man die Armee als Kind eher wahrgenommen – durch Guetzli verteilende Soldaten auf dem Pausenplatz oder durch den Vater, der Dienst leistete.

Inhaltlich stellen die Absender keine Forderungen. Könnte Globi, der Lausbube und Draufgänger, nicht eher dem Image der Armee schaden? «Natürlich müsste das Soldatenleben nicht beschönigt werden», sagt Vögeli. «In der alten Ausgabe wird Globi beispielsweise auch in den Knast gesteckt, weil er Streiche gespielt hat.» Es gehe eher um ein realistisches Bild über die moderne Schweizer Milizarmee.

Militär ist aktuell kein Thema für Globi-Verlag

Der Globi-Verlag hat den Brief der Offiziere erhalten. Eine Antwort stehe aber noch aus, sagt die Medienverantwortliche Stephanie Fabian. Für weitere Fragen verweist sie an die Leiterin des Globi-Verlags, Gisela Klinkenberg. «Wir bekommen viele Anfragen von verschiedensten Interessenten, die sich für eine Kooperation interessieren», sagt sie. «Wir können aber nicht auf jede eingehen, nicht jedes Thema passt zu Globi oder ist aus unserer Sicht für Kinder sinnvoll umsetzbar.» Bis 2021 seien die Buchproduktionen bereits definiert. Das seien neue Geschichten, neue Themen. «Wir nehmen eigentlich auch nie ein Thema zweimal auf.»

Einzige Ausnahme bildete bisher der Band «Globi, der schlaue Bauer», 2014 neu aufgelegt, der das Thema Bauernhof aktualisiert wiedergebe. Dieses Thema sei bei Kindern und Eltern sehr beliebt und immer aktuell. Auf die Anfrage von Sollberger und den Offizieren werde sie noch schriftlich antworten. «Aber das Thema Armee ist in den nächsten Jahren nicht vorgesehen.»