Verkehr

Aargauer Polizei verlässt sich bei Drogenverdacht nicht auf Pupillencheck

Zürich setzt bei Verkehrskontrollen voll auf die Beobachtungsgabe der Polizisten. Der Aargau zieht hier nicht mit. Drogenschnelltests kommen weiterhin zum Einsatz.

Die Zürcher Kantonspolizei mottet ihre Drogenschnelltest-Geräte ein und vertraut bei Verkehrskontrollen wieder ausschliesslich auf die Beobachtungsgabe ihrer Mitarbeiter. Dies, weil die Tests zwar die gängigen Drogen anzeigen, nicht aber neue illegale Substanzen sowie Medikamente oder Krankheiten, die die Fahrfähigkeit einschränken können.

Den Aargauer Berufskollegen ist dies natürlich auch bewusst. Ein Abschied vom nicht ganz perfekten technischen Hilfsmittel ist hier derzeit trotzdem kein Thema. «Die gängigsten Drogen werden ja angezeigt», sagt Kapo-Sprecher Bernhard Graser. Und wenn alle Tests negativ ausfielen und dem Polizisten trotzdem ein Verdacht bleibe, dann könne er natürlich auch weitere Abklärungen – wie zum Beispiel eine Vorführung beim Amtsarzt – anordnen.

Denn klar ist: Obwohl sie auf den Drogenschnelltest zurückgreifen können, arbeiten auch die Aargauer Polizisten mit ihrer Beobachtungsgabe. Wichtig seien das Bauchgefühl und die Erfahrung des Polizisten, sagt Graser. Zudem wird vor dem Drogenschnelltest in einem sogenannten Vortest Verhalten und Reaktion von allfälligen Fahrern beobachtet.

Inwieweit dieser Vortest von den neuen Kontrollen der Kantonspolizei Zürich abweicht, ist schwer zu sagen. Denn der Zürcher Verkehrspolizei-Chef Frank Schwammberger machte anlässlich der Präsentation der neuen Strategie keine näheren Angaben zum Vorgehen. Aus «taktischen Gründen».

Was er unter anderem preisgab: Die Polizisten prüfen, wie die Pupillen des Kontrollierten auf das Licht einer Taschenlampe reagieren. Ob revolutionär oder nicht: Thomas Krämer vom Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich ist von dem von ihm entwickelten Verfahren überzeugt. «Es erzielt die beste Entdeckungsquote aller Erkennungsverfahren weltweit», sagte er in Zürich.

Für die Aargauer Kantonspolizei kein Grund, in Zürich anzuklopfen. «Wir sind offen gegenüber Neuem», sagt Graser. «Im Moment haben wir aber nicht das Gefühl, etwas ändern zu müssen.» Nur so viel: Wenn sich in Zukunft viele Unfälle ereignen sollten, bei denen vom Schnelltest nicht angezeigte Substanzen im Spiel seien, «dann müssten wir das überdenken».

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