Es ist warmer Sommertag im Juni letzten Jahres, als Lars Widmer aus Oberrüti sich in der Badi Dietwil mit seinen Kollegen trifft. Der damals 12-Jährige ist ein guter Schwimmer. Die Jungs sitzen am Beckenrand, im Wasser liefern sich ältere Jungen aus Nepal eine Wasserschlacht.

Als einer der beiden auf den Grund sinkt und nicht mehr auftaucht, zögert Lars nicht lange: Er taucht ab und fasst den Bewusstlosen an den Beinen. Es gelingt ihm, ihn zum Beckenrand hochzuschieben, wo ihn seine Kollegen aus dem Wasser ziehen können.

Für sein beherztes Eingreifen wird der Lars Widmer am Freitag mit der Silbernen Ehrenmedaille der Carnegie Stiftung für Lebensretter (s. Box) ausgezeichnet. Obendrauf gibt es einen Gutschein für eine Ballonfahrt. 

«Ich würde wieder springen», sagte Lars gegenüber der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft (SLRG), die im vergangenen Herbst über die Rettung berichtete. Er hoffe aber, dass so etwas nie mehr passiere.

Leider kommt es in der Schweiz aber immer wieder zu ähnlichen Situationen. Manchmal enden sie tödlich. 2016 kamen laut SLRG in Schweizer Gewässern 49 Personen ums Leben.

Aus dem See gezogen

Mehr Glück hat im Juli 2016 ein Schlauchbootfahrer auf dem Hallwilersee. Bei der Anlegestelle in Aesch LU fällt er über Bord. Als Nichtschwimmer kann er sich nicht lange über Wasser halten und versinkt schnell.

Alarmierte Passanten eilen zu Hilfe. Im trüben Seewasser tauchen sie nach dem Verunfallten. Es gelingt ihnen, das Opfer vom Grund des Sees in vier Meter Tiefe heraufzuholen und mit Hilfe weitere Passanten zu reanimieren bis die Rettungskräfte eintreffen.

Auch diese zivilen Retter werden von der Carnegie-Stiftung ausgezeichnet. Es sind dies Sebastian Haller aus Leutwil, Dario Lüthi aus Stetten sowie Ramon Lingg und Yannick Esch aus Fislisbach. Sie erhalten ein Ehrendiplom und im Falle von Sebastian Haller ebenfalls eine gravierte Silbermedaille.

Rettung aus abgestürztem Armee-Heli

In seltenen Fällen werden Retter mit einer Goldmedaille ausgezeichnet. So wie Elio Cappelletti aus Novedrate bei Como TI. Nach dem Absturz eines Super Puma der Schweizer Armee am Gotthard im vergangenen September gelang es ihm, den Flugassistenten des Helikopters zu retten. Den Piloten konnte er im Rauch und Feuer nicht retten. Der Copilot verstarb bei der Bergung in den Armen des mutigen Retters. (nch/cze)