Aargauer Schulen
Es gibt gute Gründe für die lange Ausbildung von Lehrpersonen

Im Aargau soll ein Bildungszentrum für «Bildungsbegleiterinnen» entstehen. Matur oder Lehrabschluss brauche eine Lehrperson auf der Unterstufe nicht, sagen die Initiantinnen.

Eva Berger
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Auch auf der Unterstufe geht es nicht nur darum, Stoff zu vermitteln. Lehrerinnen und Lehrer brauchen ein umfassendes Wissen.

Auch auf der Unterstufe geht es nicht nur darum, Stoff zu vermitteln. Lehrerinnen und Lehrer brauchen ein umfassendes Wissen.

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Lehrerinnen und Lehrer mit anerkanntem Diplom sind Mangelware. Schulleitungen im Aargau haben bisweilen keine andere Wahl, als bei der Besetzung von Stellen auf ungenügend qualifiziertes Personal zurückzugreifen.

Aber solche Anstellungen müssen die Ausnahme bleiben. Und auch der Ansatz, den die umstrittene Politikerin Theres Schöni mit der Ausbildung von Bildungsbegleiterinnen verfolgt, ist keine Lösung. Andere Wege als die Pädagogischen Hochschulen für den Zugang zum Lehrerberuf zu institutionalisieren, wäre fatal. Das würde die anerkannte Ausbildung untergraben.

Es gibt Gründe, warum eine Lehrperson eine höhere Schulbildung und ein Studium braucht. Der Beruf ist komplex. Lehrerinnen und Lehrer vermitteln nicht nur Stoff nach Schema. Sie haben eine wesentliche Rolle in der Entwicklung von Kindern und wissen was zu tun ist, wenn diese nicht geradlinig verläuft.

Sie sind Ansprechperson für Schüler und Eltern, stellen Weichen für Karrieren und haben an fünf Tagen die Woche während Stunden die Aufsicht über bis zu 25 Kinder. Das können sie, weil sie mehrere Jahre in die Ausbildung investiert haben. Das Wissen und die Fähigkeiten sind ihnen nicht angeboren.

Natürlich sollen angehende Lehrerinnen und Lehrer ein Gespür für Kinder und Freude an der Zusammenarbeit mit Menschen mitbringen. Die Eigenschaften, auf die Schöni primär setzt, sind im Beruf unverzichtbar. Doch ohne das nötige Fachwissen ist man allein damit noch keine Lehrperson.

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Agnes Schlapbach

Ich frage mich immer wieder, warum eine Person, welche die Anforderungen zur Matur besteht, anschliessend Lehrer oder Lehrerin wird. Irgend ein Hochschulabschluss, der eine  interessante Stelle mit gutem Gehalt garantiert, wäre doch viel einfacher. Und die Gefahr des Ausbrennens wäre auch noch kleiner. Ob die AbsolventInnen der Pädagogischen Hochschule als Ausbildner geeignet sind, zeigt sich erst später, vielfach zu spät. Meiner Ansicht nach, hatten wir mit dem früheren Ausbildungssystem die besseren LehrerInnen. Und es war auch einfacher für Ungeeignete frühzeitig eine andere Berufsrichtung zu nehmen.

Marcel Müller

Vielleicht sollte man einfach wieder verstehen, dass die Arbeit mit den Kindern wichtiger ist als die Akademisierung auf der Kindergarten- und Unterstufe. Unsere Tochter hat die Matur gemacht und ist jetzt an der PH in der Ausbildung Kindergarten/Unterstufe. Die Arbeit mit den Kindern mach ihr viel Freude. Das verakdemisierte Studium allerdings nicht. Sie beisst sich jetzt durch, weil sie diesen an sich schönen Beruf unbedingt ausüben will in Zukunft. Viele aber brechen in der PH ab. Zuviele ! Was machen die Bildungsdirektoren in den Kantonen ? Sie schauen zu wie es jedes Jahr zuwenig Lehrkräfte hat.  Vielleicht sollten sie die Ausbildung wirklich überdenken, denn sie stehen letztlich in der Verantwortung und beziehen auch sehr, sehr hohe Löhne dafür !

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