Bilanz

Aargauische Gebäudeversicherung gewährt Prämienrabatt trotz «Burglind»

Trotz Schäden durch Sturm Burglind war 2018 für die Versicherung nicht das Wetter garstig, sondern die Börse

Trotz Schäden durch Sturm Burglind war 2018 für die Versicherung nicht das Wetter garstig, sondern die Börse

Für die Aargauische Gebäudeversicherung war das schlechte Börsenjahr 2018 schlimmer als die Schäden durch Naturereignisse.

Im Januar 2018 fegte der Wintersturm «Burglind» über die Schweiz und bescherte der Aargauischen Gebäudeversicherung (AGV) Schäden in zweistelliger Millionenhöhe. Im Mai kamen noch lokale Überschwemmungen und ein Hagelzug hinzu. Trotz dieser Elementarereignisse war 2018 für die Versicherung nicht das Wetter garstig, sondern die Börse, wie es in einer Mitteilung heisst. Während die Belastung bei den Elementarschäden mehr als die Hälfte unter jener des Vorjahres lag, war das Börsenjahr ausserordentlich schlecht. Dies führte unter dem Strich zu einem negativen Ergebnis 2018 in allen Versicherungssparten.

Die Risikofähigkeit der Gebäudeversicherung sei jedoch nicht beeinträchtigt, heisst es in der Mitteilung. Dazu habe auch das ausserordentlich gute, unerwartete Ergebnis im Jahr 2017 beigetragen. Rückwirkend konnte die Versicherung den Hauseigentümern sogar einen Rabatt gewähren, der von der Prämie 2019 abgezogen wurde.

Der Geschäftsbericht der AGV im Video

Zu Beginn des Jahres, am 3. Januar 2018, hat der Wintersturm Burglind den Aargau heimgesucht. Die Schadensumme für dieses Ereignis allein lag bei rund 15,6 Millionen Franken. Am 30. Mai 2018 fegte ein schweres Gewitter über das Kantonsgebiet. Die Schadensumme betrug rund 10,4 Millionen Franken. Insgesamt verzeichnet die Aargauische Gebäudeversicherung im letzten Jahr 11 340 Elementarschäden mit einer Schadensumme von 32,6 Millionen Franken. Obwohl die AGV 2018 mit 923 etwas weniger Feuerschäden verzeichnete als im Vorjahr mit 943, hat die Feuerschadensumme zugenommen. 2017 lag die Schadensumme bei 17 Millionen Franken, 2018 waren es 24,1 Millionen Franken. Insgesamt war die Schadenbelastung in den Bereichen «Feuer» und «Elementar» im Jahr 2018 laut der Mitteilung allerdings unterdurchschnittlich.

In der zweiten Jahreshälfte gab es dann Turbulenzen einer anderen Art: Für einmal nicht das Wetter, sondern die Börse hat sich von einer garstigen Seite gezeigt. Alle Versicherungssparten schlossen das Jahr 2018 mit einem negativen Ergebnis ab, das Wertschriftenvermögen der Versicherung nahm insgesamt um rund 4 Prozent ab.

Umgekehrte Tendenz wie 2017

Das Jahr 2017 war geprägt von einer sehr hohen Schadenbelastung, dies vor allem wegen den Überschwemmungen im Raum Zofingen, verbunden mit einer sehr guten Entwicklung an den Börsen. Das Jahr 2018 nahm genau den umgekehrten Verlauf. Dies zeigt gemäss der Mitteilung, dass das Geschäftsergebnis der Gebäudeversicherung «oft durch wenig beeinflussbare Zufälligkeiten und nicht vorhersehbare Ereignisse geprägt ist».

Die Versicherung beziehe solche Szenarien in ihr Risikomanagement mit ein. Man sei solide aufgestellt und könne deshalb auch Grossereignisse oder schlechte Börsenjahren tragen, ohne dabei die Prämien anzupassen. Die Aargauische Gebäudeversicherung häufe auch nicht zu viel Kapital an, sondern beteilige die Hauseigentümer an guten Ergebnissen. Auf der Prämie der obligatorischen Feuer- und Elementarschadenversicherung 2019 erhielten sie einen Rabatt von 15 Prozent zu gewähren. Auf diesem Weg flossen rund 11,7 Millionen Franken an die Versicherten zurück. (az)

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