100-Franken-Challenge (5)

Abenteuer erleben ohne weit weg zu fliegen – dann mal raus im Kanton Aargau

Eine Woche auf dem E-Bike mit 100 Franken durch den Aargau – Tag 5: Outdoor-Feeling braucht kein Flugzeug.

Natur erleben, ohne in ein Flugzeug zu steigen? Einsame Pfade begehen und dunkle Wälder durchstreifen? Oder sich gar auf den Flüssen treiben lassen?

Nicht zufällig lockt Aargau Tourismus mit der neuen App «AargauOutdoor», rauszugehen und noch unbekannte Wege aus eigener Kraft zu entdecken. «Nachdem Schweiz Tourismus Wandern ins Blickfeld gerückt hat, macht es Sinn, dass sich der Aargau mit seiner Vielfalt an Wander- und Velowegen und mit seinen Flüssen und Gewässern auch in diesem Bereich anbietet», sagt Andrea Portmann, Geschäftsführerin von Aargau Tourismus.

Diese Vielfalt, sie wird bei meiner Velotour augenscheinlich, sei einerseits Chance, andererseits eine Schwierigkeit, den Kanton touristisch gezielt zu positionieren.«Abgesehen davon haben wir weder die personellen noch finanziellen Ressourcen für ein Marketing, wie es in den grossen Tourismusregionen gepflegt wird».

Der Aargau für 100 Franken, Folge 5: Museum ohne Schiff

Der Aargau für 100 Franken, Folge 5: Museum ohne Schiff

Erfreut zeigt sie sich über den Erfolg der neuen App: «In den ersten zwei Wochen nach der Lancierung wurde sie 3500 Mal heruntergeladen.» Mit Interesse wird jetzt die Nutzung verfolgt. Sehr oft wird auch die gedruckte Bewegungskarte Aargau bestellt, «das hat uns überrascht».

Ob mit dem Velo, zu Fuss oder mit dem Kanu unterwegs, App und Karte sind durchaus hilfreich beim Planen von individuell zusammengestellten Touren oder Freizeitaktivitäten. Sie spenden Ideen und regen an, die Heimat sozusagen vor der Haustür zu erleben. Auch auf meiner Rundreise mit nur 100 Franken leisten sie gute Dienste.

Der Autor im Spiegelbild: Eddy Schambron unterwegs mit seinem E-Bike auf der kantonalen Veloroute 77.

Der Autor im Spiegelbild: Eddy Schambron unterwegs mit seinem E-Bike auf der kantonalen Veloroute 77.

Das Museum Schiff, in dem es keine Schiffe hat

Ich verzichte für einmal allerdings auf viel Bewegung und schalte einen Aufenthalt in Laufenburg ein. Relaxen ist angesagt, die Altstadt und die Überreste der Burg besichtigen, ein Bad im Rhein nehmen, frische Kleider und das Museum Schiff besuchen. Ich werde überhaupt nicht enttäuscht, aber ich hatte mir unter dem Museum anderes vorgestellt – Schiffe nämlich, Ausstellungsgut über die Hochrhein-Flösserei oder die Schifffahrt auf dem Rhein allgemein.

Reizvolle Landschaft zwischen Sonne und Gewitter

Reizvolle Landschaft zwischen Sonne und Gewitter

Meine frühere Arbeitskollegin, die ich nachher treffe, lacht: «Der Name des Museums weckt bei vielen die falschen Erwartungen». Spielt keine Rolle: Es ist ein hoch interessantes Ortsmuseum mit regionaler Ausstrahlung und mit regelmässigen Sonderausstellungen. Mit der diesjährigen – «Biblia deutsch: Entstehung – Handwerk – Kunst» – komme ich genauso auf meine Kosten wie mit der permanenten, schön aufgebauten Ausstellung, und das grundsätzlich ohne Auslagen, denn der Eintritt ist frei.

Aber: Das Museum Schiff braucht Geld. Es soll für 3,2 Millionen Franken um- und ausgebaut werden. Die zwei Aufseherinnen, sie stammen übrigens aus dem deutschen Laufenburg, informieren unaufdringlich und gut.

Meine Kollegin und ich haben uns viel zu erzählen, die eineinhalb Stunden vergehen wie im Flug. Danach setze ich mich doch noch in Bewegung, nehme den Veloweg Richtung Bad Zurzach unter die Räder. Um die Verpflegungskosten tief zu halten, könnte ich an diesem Tag kurz über die Grenze ins deutsche Laufenburg wechseln.

Das Amphitheater in Windisch

Das Amphitheater in Windisch

Ich verzichte darauf und halte die Ausgaben trotzdem in Grenzen: Salat mit Cottage Cheese im Coop Laufenburg, dazu ein knuspriges Buurebrot, für den Abend nach der Fahrt nach Bad Zurzach Insalata Tonno. Macht alles zusammen Fr. 13.50.

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