Leibstadt

AKW Leibstadt: Der Kampf gegen die Bakterien im Kühlwasser dauert an

Der Kampf gegen die Legionellen geht im AKW Leibstadt weiter.

Der Kampf gegen die Legionellen geht im AKW Leibstadt weiter.

Am Freitag ist das Kernkraftwerk Leibstadt nach der Jahresrevision wieder ans Stromnetz gegangen. Dabei kämpft das KKW noch immer gegen die Legionellen im Wasser. Ein neues Konzept soll Abhilfe verschaffen.

Es ist ein ewiger Kampf: Das Kernkraftwerk Leibstadt muss das Kühlwasser von Legionellen befreien, bevor das Wasser wieder in den Rhein geleitet wird.

Denn Legionellen können die sogenannte Legionärskrankheit – auch Legionellose genannt - auslösen. Eine schwere Lungenentzündung ist die Folge, wobei sich Menschen beim Einatmen von zerstäubten Wassertröpfchen anstecken können.

Legionellen vermehren sich besonders dort gut, wo sich die Wassertemperatur zwischen 25 Grad Celsius und 45 Grad Celsius befindet. Darum sind Kernkraftwerke besonders vom Legionellenbefall betroffen.

Das Problem: Mit dem Rheinwasser, welches zur Kühlung im Atomkraftwerk gebraucht wird, werden auch immer wieder die Legionellen eingeschleppt. «Es ist enorm wichtig, dass wir die Keimzahlen dieser Legionellen in den Griff bekommen», sagt Andrea Portmann vom Kernkraftwerk Leibstadt.

Mittelwechsel trotz Erfolg

Das bis vor einem Jahr eingesetzte Javelwasser hat dabei im KKW Leibstadt gut geholfen. Trotzdem wechselten die Betreiber auf Chlordioxid. Doch dieses Desinfektionsmittel hat bisher nicht die gewünschte Wirkung erzielt, weil es bisher nur punktuell eingesetzt wurde.

Darum wurde während der Revision eine Ringleitung installiert, welche garantiert, dass das Chlordioxid besser verteilt wird. Chlordioxid wird auch in der Trinkwasserdesinfektion verwendet.

Ringleitung bis Juli 2015 bewilligt

Der Wechsel von Javelwasser auf Chlordioxid sei gewollt gewesen, sagt Portmann. Man wolle unterschiedliche Mittel ausprobieren und schauen, welches am meisten nützt. «Es ist jeweils ein Fachgremium, welches dann den Entscheid fällt, welches Mittel benutzt wird.»

Das neue Konzept mit der Ringleitung wurde vom Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorat  (ENSI) bis Ende Juli 2015 bewilligt. Danach wird sich ein Fachgremium für ein Mittel entscheiden. «Eventuell braucht es nicht einmal ein ganzes Jahr», sagt Portmann. «Es ist möglich, dass schon früher entschieden werden kann.» (jam)

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