Banken
Andreas Waespi verzichtet auf Beschwerde gegen Berufsverbot

Der frühere Chef der Bank Coop und designierte Chef der Aargauischen Kantonalbank schreibt, das Verfahren nähme viel Zeit in Anspruch, was seine Familie einerzu grosse Belastung aussetzen würde

Roman Seiler
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Der ehemalige Chef der Coop-Bank wurde von der Finma wegen Manipulation des Aktienkurses abgestraft. (Archiv)

Der ehemalige Chef der Coop-Bank wurde von der Finma wegen Manipulation des Aktienkurses abgestraft. (Archiv)

Keystone

Ende Oktober kam aus: Andreas Waespi, der frühere Chef der Bank Coop, tritt sein Amt bei der Aargauischen Kantonalbank im kommenden Jahr nicht an. Grund war eine Untersuchung der Finanzmarktaufsicht (Finma). Sie belegte Waespi mit einem dreijährigen Berufsverbot.

Die Bank Coop hatte nach der Finanzkrise den Kurs ihrer Aktien manipuliert. Auf eine Beschwerde verzichtet der Banker, wie er in einer Stellungnahme gegenüber der «Nordwestschweiz» schreibt: «Da ein Beschwerdeverfahren viel Zeit in Anspruch nehmen würde und meine Familie dadurch weiterhin einer zu grossen Belastung ausgesetzt wäre, habe ich mich dazu entschlossen, keine Beschwerde gegen die Verfügung der Finma einzulegen.»

Es sei für ihn selbstverständlich, dass der CEO die Hauptverantwortung für das operative Geschäft einer Bank trage: «Als verantwortungsbewusster Unternehmer nehme ich diese auch wahr».

Er bedaure das Vorgefallene, hält er fest: «Ich möchte mich dafür entschuldigen.» Dennoch erachte er die Massnahmen, welche die FINMA gegen erlassen habe, als «unverhältnismässig und unangemessen». Er habe sich in keiner Weise bereichert: «Der Handel mit eigenen Aktien wurde auf meine Veranlassung hin eingestellt, bevor die FINMA eine Untersuchung einleitete.»

Er habe «stets nach bestem Wissen und Gewissen» gehandelt habe und sich an die rechtlichen Vorgaben gehalten: «Der Aufbau des Bestandes an eigenen Titeln erfolgte während der Finanzmarktkrise und ergab sich stets aus der internen Berichterstattung sowie den öffentlich zugänglichen Geschäftsberichten der Bank.»

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