Angst um Arbeitsplätze
SP Aargau wirft General Electric «leere Versprechungen» vor und befürchtet Stellenabbau

Die SP Aargau sieht die General Electric (GE) als Beispiel, warum eine Senkung der Firmensteuern dem Aargau keinen Vorteil brächten. Sie befürchtet einen Abbau an Arbeitsplätzen.

Drucken
Gabriela Suter fordert von der GE Zugeständnisse.

Gabriela Suter fordert von der GE Zugeständnisse.

Britta Gut

Am Dienstag gab General Electric (GE) bekannt, sich bis 2024 in drei separate Unternehmen zu spalten und das Energiegeschäft zu verkaufen. «Besonders hart trifft es den Kanton Aargau mit den Standorten in Baden, Birr und Oberentfelden», schreibt die SP Aargau in einer Medienmitteilung. Sie sorge sich vor allem um die Angestellten, die in den letzten Jahren schon diverse Abbaurunden überstehen mussten.

Die Umstrukturierung würde nur den Aktionären zugute kommen – vorbörslich stieg der Aktienkurs um 17 Prozent. Die SP Aargau fordert vom Regierungsrat, «dass er alles daransetzt, die Standorte und die Arbeitsplätze auch nach dem Verkauf der Energiesparte im Aargau zu erhalten».

General Electric soll in Aus- und Weiterbildung investieren

Vor rund sechs Jahren kaufte GE von Alstom für zehn Milliarden Dollar das Energiegeschäft auf und hatte in der Schweiz 5300 Mitarbeitende. Wie die SP Aargau schreibt, bezeichnete man damals den Kauf als «hochgradig strategisch» und prognostizierte «exzellente Wachstumsaussichten». Das habe sich in der Folge «als katastrophale Fehleinschätzung» erwiesen. «Bereits 2016 wurden die ersten Massenentlassungen bekannt. Weitere Sparrunden in den Jahren 2017, 2019, 2020, 2021 folgten.» Dies sei weder eine nachhaltige Firmenstrategie noch eine verantwortungsvolle Personalpolitik.

Seit 2018 sicherte GE wiederholt zu, an Standorten und Angestellten festzuhalten, schreibt die SP. «Allein im Aargau verloren in den letzten Jahren rund 2500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihren Job», wird Kantonalpräsidentin Gabriela Suter zitiert. «Die GE solle sich der Herausforderung der Energiewende stellen und in entsprechende Aus- und Weiterbildungen investieren.»

Auf die bisherige Forderung, die Schliessungen zu überdenken und sich zum Standort zu bekennen, habe man keine Antwort erhalten. Die Pläne von GE sieht die SP Aargau als Argument gegen die geplante Senkung der Firmensteuern: «Nichts scheint das Unternehmen im Aargau zu halten – auch nicht die Perspektive auf tiefere Steuern. Die Standort- und Wirtschaftsförderung des Kantons muss sich umorientieren und Innovation und Nachhaltigkeit fördern, nicht weiter mit Discount-Steuern locken». (kob)

Aktuelle Nachrichten