Folientunnel

Aprikosen-Streit: Aargauer Bauernverband hofft auf Gericht

Zwei Folientunnels im Seetal, die Aprikosenanlagen von Bauern schützen, droht der Abriss.

Zwei Folientunnels im Seetal, die Aprikosenanlagen von Bauern schützen, droht der Abriss.

Müssen zwei Folientunnels im Seetal, die Aprikosenanlagen von Bauern schützen, wieder entfernt werden? Nach einer Beschwerde von Pro Natura, die vom Regierungsrat gutgeheissen wurde, haben die beiden betroffenen Landwirte den Entscheid ans Verwaltungsgericht weitergezogen. Der Bauernverband Aargau ist zuversichtlich, dass das Gericht im Sinn der Aprikosen-Pflanzer entscheidet: Man sei überzeugt, dass die Anlagen stehen bleiben könnten, heisst es in einer Medienmitteilung.

Die Standorte der Folientunnels im Seetal seien gut gewählt, findet der Bauernverband. Die Anlage in Egliswil stehe neben einer Kirschenanlage, die auch mit Witterungsschutz ausgestattet sei. Bei einer Platzierung auf der anderen Seite der Kirschenanlage hätten bestehende Hochstammbäume gefällt werden müssen. Die Tunnels in Seengen stehen laut Mitteilung unmittelbar neben dem Betrieb am Rand der Landschaftsschutzzone. So präsentiert sich dort gemäss dem Bauernverband ein «kompaktes, gesamtheitliches Bild».

Aprikosen wachsen im Aargau ohne Folientunnels

Der Vorstand des Verbandes hat sich an seiner letzten Sitzung grundsätzlich mit dem Schutz landwirtschaftlicher Kulturen vor Schädlingen und Krankheiten befasst. An der kommenden Generalversammlung soll ein umfangreiches Massnahmenpaket verabschiedet werden, mit dem Ziel, «den Schutz der Kulturen nachhaltig sicherzustellen und zugleich die Umweltbelastung weiter zu reduzieren».

Eine wirksame Möglichkeit sei der mechanische Schutz mit Folientunnels, hält der Bauernverband fest. Der Verband widerspricht der Aussage der Umweltschutz verbände, dass sich Aprikosen im Freiland nicht kultivieren liessen. Es gebe viele Aprikosenanlagen im Aargau, die nicht ganzjährig mit Folientunnels geschützt seien, teilt der Verband mit. Die bettroffenen Obstbauern im Seetal hätten ihre Kulturen mit den Folientunnels «einzig vor Krankheiten und Schädlingen geschützt».

Bauernverband erfreut über Reaktion der Bevölkerung

Der Verband setzt im Folientunnel-Streit auch auf Information. An der nächsten Sitzung der Konferenz der Aargauer Natur- und Umweltschutzorganisationen wollen die Bauern Zusammenhänge und Hintergründe des mechanischen Pflanzenschutzes erklären. Die Folientunnels dienten einem gemeinsamen Ziel der Umweltschutzverbände und der Landwirte: Der Reduktion beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder gar dem Verzicht auf Pestizide.

Positiv beurteilt der Verband die Reaktion aus der Bevölkerung, die nachvollziehen könne, «dass die Produktion mit weniger bis keinen Pflanzenschutzmitteln allenfalls landschaftliche Eingriffe nötig macht». Wenn diese sorgfältig vorgenommen würden und die Anlagen gut eingebettet seien, wie die Aprikosentunnels im Seetal, werde dies breit akzeptiert.

Pro Natura erntet viel Kritik

Aprikosenknatsch: Heftiger Shitstorm gegen Pro Natura

Wegen einer Beschwerde von Pro Natura müssen zwei Bauern in Egliswil ihre Aprikosen-Folientunnel nach der ersten Ernte wieder abbauen. Das hat Folgen: Pro Natura Aargau erlebt nun einen regelrechten Shitstorm und erntet harte Kritik – sogar von Alt-Regierungsrat Rainer Huber. (Tele M1 vom 8. Februar 2020)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1