Innovation
Argovia Philharmonic holt Kinder in die erste Reihe

Betreuungsangebot, Familienkonzerte und Kinderoper beim Symphonie-Orchester. Argovia Philharmonic tut einiges um die Klassikliebhaber von morgen ins Boot zu holen. Und mit ihnen natürlich auch jene von heute.

Fabian Hägler
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2011 veranstaltete das Aargauer Symphonie-Orchester einen Schülerworkshop, nun gibt es weitere Angebote für Kinder.Chris Iseli/Archiv

2011 veranstaltete das Aargauer Symphonie-Orchester einen Schülerworkshop, nun gibt es weitere Angebote für Kinder.Chris Iseli/Archiv

Kinder zählen nicht zum Stammpublikum von Symphonie-Konzerten – da bildet auch Argovia Philharmonic keine Ausnahme.

Dennoch lanciert das Aargauer Symphonie-Orchester auf die neue Spielzeit hin spezielle Angebote für Kinder.

Neu sind drei Familienkonzerte im Programm. «Bei diesen Konzerten werden die vordersten Stuhlreihen durch ein Podest ersetzt», sagt Andri Probst, Leiter PR & Musikvermittlung bei Argovia Philharmonic.

So müssen die Kinder nicht ruhig auf ihrem Stuhl sitzen, sondern können es sich liegend auf Kissen gemütlich machen.

Konzerte und Oper für Kinder

Zudem werden die Konzerte auch möglichst kindgerecht gestaltet. «Sie dauern weniger lange als üblich und bei einem Konzert singt unser Kinderchor», gibt Probst zwei Beispiele.

Geeignet sind die Kinderkonzerte für junge Zuhörer ab 5 oder 6 Jahren. «Es wird sicher etwas lauter sein als bei gewöhnlichen Konzerten und mehr Bewegung bei den jungen Zuschauern geben», blickt Probst voraus.

In Zusammenarbeit mit dem Kurtheater Baden lädt Argovia Philharmonic zu einer Kinderoper ein.

«Zorro jagt den Carmenschatz» soll schon Kindergärtler zu Operngängern machen.

«Wir haben kürzlich mit einer Flyeraktion in Aarau und Baden auf unsere Kinderangebote aufmerksam gemacht – und sehr positive Rückmeldungen erhalten», sagt Probst.

Kinderbetreuung bei Konzerten

Ebenfalls neu und für Schweizer Orchester aussergewöhnlich ist die Kinderbetreuung bei Symphoniekonzerten.

«Während allen Konzerten am Sonntag in Aarau bieten wir für Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren eine professionelle Betreuung an», sagt Probst.

Die Eltern könnten so ungestört das Konzert geniessen, während ihre Kinder von Kleinkindbetreuerinnen und Musikvermittlerinnen umsorgt werden.

Für das erste Konzert, das am Sonntag im Kultur- und Kongresshaus Aarau stattfindet, seien fünf Kinder angemeldet.

«Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Eltern auf einen Konzertbesuch verzichten, weil sie für ihre Kinder eine Betreuungsmöglichkeit suchen müssen», sagt Andri Probst.

Mit dem eigenen Betreuungsangebot, bei dem sich Probst selber als Musikvermittler engagieren wird, möchte Argovia Philharmonic hier Abhilfe schaffen.

«In Deutschland ist dies schon viel weiter verbreitet, wir starten diese Saison einen Versuch», sagt Andri Probst. Die eigentliche Kinderbetreuung übernehmen Fachkräfte aus dem Aarauer Kinderhaus.

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