Attisholz
40’000 Franken für Machbarkeitsstudie sind zusammen – Aaregondel-Projekt wird nächstes Jahr auf Herz und Nieren geprüft

Im Mai 2021 präsentierte Reto Paul Grimm die Idee der Aaregondel. Von Anfang an war es Ziel, eine Machbarkeitsstudie für die Projektidee in Auftrag geben zu können. 40'000 Franken mussten her. Die Finanzierung lief erst schleppend, doch jetzt ist alles gesichert.

Sébastian Lavoyer
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Visualisierung des Aaregondel-Projekts: In der Gondel, so die Idee, soll man dereinst vom Bahnhof ins Attisholz schweben können.

Visualisierung des Aaregondel-Projekts: In der Gondel, so die Idee, soll man dereinst vom Bahnhof ins Attisholz schweben können.

Kaum war die Idee publik geworden, entbrannte auch schon eine hitzige Debatte um das Projekt Aaregondel. Mit der Gondel von Solothurn ins Attisholz schweben, das tönt für viele aufregend – Vogel- und Naturschützer regt es vor allem auf, dass man das überhaupt in Betracht zieht. Führt die angedachte Gondelbahn doch mitten durch ein nationales Vogelschutzgebiet.

Doch so hitzig die Debatte anfänglich geführt wurde, so rasch geriet das Projekt dann aus den Schlagzeilen. Im Hintergrund aber wurde gearbeitet. Ziel von Reto Paul Grimm, dem Initiant aus Solothurn, war es von Anbeginn, die Idee einer seriösen Prüfung durch ein externes Ingenieurbüro zu unterziehen. Und eine solche Machbarkeitsstudie kostet. 40'000 Franken im konkreten Fall. Je nach Ergebnis, so Grimms grober Plan, soll dann vermehrt auch die Politik mit einbezogen werden.

Nach erfolgreichem Crowdfunding bissen die Sponsoren an

40'000 Franken für die Prüfung einer Idee? Die findet man nicht einfach um die Ecke. Also begann die bis dahin gegründete Interessengemeinschaft Aaregondel, ein Finanzierungsmodell zu skizzieren. Teils über Crowdfunding, teils mit Sponsoring wollte man das Geld zusammenbringen. Das Crowdfunding startete Anfang Oktober zwar gut, doch dann stagnierte es lange und drohte das Finanzierungsziel von nur 7000 Franken wenige Tage vor Ende des Crowdfundings zu verpassen.

Reto Paul Grimm, der Initiant der Aaregondel.

Reto Paul Grimm, der Initiant der Aaregondel.

Zvg

Als die Solothurner Zeitung davon berichtete, kam es zu einer zweiten Unterstützungswelle und als Anfang November das Funding-Fenster geschlossen wurde, hatte man das Ziel mit rund 13'500 Franken fast um das doppelte übertroffen. «Was uns am meisten gefreut hat: Wir haben fast 200 Tickets für Jungfernfahrten verkaufen können», sagt Grimm. Dazu kamen, was nicht minder wichtig ist, Gelder, die ohne Gegenleistung gesprochen wurden.

Unterdessen sind über 12'000 Franken bei der IG Aaregondel angekommen (Crowdfundingplattformen ziehen um die 10 Prozent als Gebühren ab). Aber nicht nur das, Grimm sagt:

«Wir haben die Finanzierung der Machbarkeitsstudie in trockenen Tüchern.»

Nur einen Monat nach Ende des Crowdfundings sind also rund 40'000 Franken beisammen. Der grösste Teil komme von KMU aus der Region (rund 15'000 Franken), dazu kämen weitere Institutionen und Verbände aus der Region und private Gelder (je rund 5000 Franken).

Nicht nur finanzielle Unterstützung erleichtert die Prüfung der Idee

Anfang 2022 will die IG Aaregondel nun die Studie in Auftrag geben. Zuerst wartet man noch ab, was die Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz ergibt. Vier Studierende der Studienrichtung «International Management» wollen im Januar ihre Analyse der Stakeholder-Struktur präsentieren. Ihre Arbeit soll dann als Grundlage in die Machbarkeitsstudie mit einfliessen.

Weitere Vorleistungen erbringen Garaventa (Grobplan für die Streckenführung) und die Wanner AG aus Solothurn, ein auf Fragen der Geologie und der Umwelt spezialisiertes Beratungsbüro. Diese Vorleistungen sollten ebenfalls gewisse Teile der Machbarkeitsstudie abdecken und diese zusätzlich verbilligen. Grimm sagt: «Wir sind einfach nur dankbar, dass wir so viel Unterstützung erfahren.»

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