Corona-Krise

Aufgaben sind ab sofort erlaubt: So gehts bei den Aargauer Schulen und Kitas weiter

Der Gesamtregierungsrat informiert über die Corona-Massnahmen im Aargau – damit der Abstand zwischen den Regierungsmitgliedern gross genug ist, wurde ein zusätzlicher Tisch aufgestellt.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler präsentierte am Montag einen 3-Phasen-Plan für die Schulen.

Der Gesamtregierungsrat informiert über die Corona-Massnahmen im Aargau – damit der Abstand zwischen den Regierungsmitgliedern gross genug ist, wurde ein zusätzlicher Tisch aufgestellt.

Angebote wie Kindertagesstätten, Tagesfamilien und die externe Kinderbetreuung sollen bestehen bleiben, Spielgruppen aber nicht.

Kein Schulunterricht, aber eine Kinderbetreuung: Das Angebot, zu dem die Gemeinden verpflichtet sind, sei übers Wochenende vorbildlich bereitgestellt worden, lobte Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Er wies darauf hin, dass es von den Eltern bzw. ihren Kindern gestern seines Wissens zu weniger als 10 Prozent genutzt worden sei. Das könne sich aber ändern. Dieses Angebot sei überall aufrechtzuerhalten. Für die Volksschule gilt, dass dort die Schulpflicht als Sofortmassnahme vorläufig bis am 19. April aufgehoben wird. Damit könnten sich die Schulen in einer ersten Phase auf die Sicherstellung eines Betreuungsangebots konzentrieren, so Hürzeler: Dies aber nur für Eltern, die arbeiten müssen, und wenn sonst Personen einer Risikogruppe (Grosseltern) die Betreuung übernehmen müssten. Kranke Kinder dürfe man natürlich nicht in so ein Betreuungsangebot schicken.

Zweite Phase: Aufträge an Schüler möglich

In einer zweiten Phase können die Schulen beziehungsweise die Lehrpersonen den Kindern und Jugendlichen ab sofort bis zu den Frühlingsferien Arbeitsmaterialien zur Verfügung stellen und auch Aufträge erteilen, sofern sie über die entsprechenden Möglichkeiten und Personalressourcen verfügen. Die Aufgaben und Aufträge sollen dem Üben und Festigen des bisherigen Schulstoffs dienen. Es finde jedoch weiterhin kein systematischer Unterricht nach Lehrplan statt. Nochmals Hürzeler zur Volksschule: «Es werden keine Prüfungen geschrieben oder Noten vergeben.»

Aussergewöhnlicher Montag im Aarauer Aareschulhaus

Aussergewöhnlicher Montag im Aarauer Aareschulhaus

Im Aareschulhaus in Aarau trafen sich um 7.30 Uhr 18 Lehrpersonen um den Tag vorzubesprechen. Wenig später zeigte sich: Die Kinder bleiben zu Hause. Von den rund 200 Primarschülern trafen an diesem Morgen nur gerade zwei bis drei ein. Sie wurden von den Lehrpersonen betreut, halfen beim Aufräumen, spielten Spiele oder konnten sich zum Lesen zurückziehen.

Ab 20. April wieder Unterricht nach Lehrplan

Aufgrund der sich täglich verschärfenden Lage sei nicht auszuschliessen, dass das Verbot von Präsenzunterricht über die Frühlingsferien hinaus verlängert werden muss, sagte der Bildungsdirektor weiter. Falls in der Folge der Unterricht in den Schulen auch nach den Frühlingsferien verboten bleiben sollte, sei ab 20. April in einer dritten Phase «der Unterricht nach Lehrplan strukturiert wiederaufzunehmen», und zwar in Form von «Fernunterricht».

Die Schulen ruft Hürzeler auf, sich darauf vorzubereiten. Dafür werde das Bildungsdepartement unter Einbezug der Schulverbände zeitgerecht entsprechende Rahmenbedingungen festlegen und Umsetzungshilfen bereitstellen. In den höheren Schulen findet der Unterricht schon weitgehend digital statt, so Hürzeler weiter. Berufsschüler müssen weiter lernen, dürfen an den Tagen, an denen sie digital Schule haben, nicht im Lehrbetrieb zur Arbeit eingesetzt werden.

Es gilt weiterhin: Kitas sollen offen bleiben

Vergangenen Freitag machte die Aargauer Regierung deutlich, dass Kindertagesstätten (Kitas) offen bleiben sollen. Gestern nun hat der Bundesrat die Kita-Thematik in einer Verordnung geregelt. Demnach haben die Kantone für Kinder, die nicht privat betreut werden können, für die Betreuungsangebote zu sorgen. Kindertagesstätten dürfen nur geschlossen werden, wenn andere geeignete Betreuungsangebote bestehen. Dies gilt vorerst bis am 19. April.

Im Aargau gelte nach wie vor die Empfehlung, dass Kindertagesstätten, Tagesfamilien und Dienstleister der familienergänzenden Kinderbetreuung ihre Angebote aufrechterhalten, dies bekräftigte Gesundheitsdirektor Jean-Pierre Gallati. Spielgruppen fallen allerdings nicht unter diese Kategorie: «Hier empfiehlt der Kanton zusammen mit dem Verein Aargauer Spielgruppen, den Betrieb vorübergehend einzustellen», so Gallati.

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