Projektwoche

Aufräumroboter und magnetische Haargummis: Wie Aargauer Primarschüler nicht nur Alex Hürzeler begeistern

Aargauer Primarschüler stellen während einer Projektwoche ihre innovativen Geschäftsideen unter Beweis. Damit begeistern sie sowohl Regierungsräte wie auch Kunden.

«Unser Roboter hat eine Kamera, die sehen kann, ob die Äpfel schon rot sind. Der Greifarm pflückt dann die reifen Äpfel vom Baum», erklärt Pascal stolz. Zusammen mit seinen Kollegen Lias und Nevio hat er letzte Woche die Firma «Frutrob» gegründet, die Pflückroboter herstellen will. Auf ihrer Skizze haben die Jungunternehmer ­bereits alles bis ins Detail geplant, doch das Problem ist die Finanzierung: 300000 Franken kostet die Produktion ihres Roboters. Die drei Jungs hoffen deswegen auf Investoren.

Kinder gründen ein eigenes Unternehmen

Nevio, Lias und Pascal sind nicht etwa Wirtschaftsstudenten, sondern 5./6.-Klässler. Sie nahmen an der Projektwoche «Start Up Kids: Kinder entwickeln eine Geschäftsidee» teil, die dieses Jahr bereits zum zweiten Mal vom Kanton durchgeführt wurde.

Unter der Anleitung ihrer Coaches beugten sich insgesamt 19 Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren auf dem Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz Brugg-Windisch über Kundenumfragen, Produktionskosten und Visitenkarten. Das Ziel der Projekt­woche ist es, den Kindern die Unternehmerkultur näherzubringen und ihnen wichtige Fähigkeiten zur Realisierung von eigenen Projekten zu vermitteln.

Die Firma «Wonderroom» ist sichtlich stolz, Regierungsrat Alex Hürzeler bei seinem Besuch ihre Geschäftsidee vorzustellen. Die Gruppe plant eine mobile Trennwand, die auf Schienen an der Decke im ganzen Raum bewegt und aufgestellt werden kann. Der Bildungsdirektor beugt sich interessiert über das Miniatur­modell aus Holz. «Mit unserer Trennwand kann jedes Zimmer flexibel in kleinere und grössere Bereiche aufgeteilt werden. Das ist besonders praktisch, wenn wir wegen Corona ständig zu Hause sind», erklärt die 9-jährige Joséphine, die die Idee zum Projekt hatte. Jedes Kind hat sich mit einer eigenen Idee beworben, aber nur fünf Vorschläge werden in Gruppen mit je einem Coach besprochen.

Umweltschutz steht hoch im Kurs

Dazu gehört der Putz- und Aufräumroboter der Firma «Homebotics», die vom 12-jährigen CEO Stefan geleitet wird. «Wir laden unseren Roboter über Nacht auf und vermieten ihn dann an Kunden», erklärt Verkaufsleiterin Larissa. Die Energie dazu soll aus Sonnenkollektoren stammen.

Die Umwelt schützen will auch das Unternehmen «Partywelt.ch», das einen Party-Service für umweltfreundliche Feste ohne Plastikgeschirr anbieten will. «Wir organisieren alles für Partys, von der Planung übers Kochen bis zum Aufräumen», stellt Cedric (12) das Projekt vor. Ein Einsatz soll 55 Franken kosten. «Das ist doch zu günstig!», wirft Hürzeler ein, der gerade einen essbaren Trinkhalm probiert. «Wir sind ein Jungunternehmen und fangen erst an. Die Preise werden wir laufend anpassen», gibt Cedric keck zurück und drückt Hürzeler gleich noch eine Visitenkarte in die Hand.

Die Gruppe «Beausy» war inzwischen draussen auf Kundensuche: Ihr Produkt stösst auf grossen Anklang. Die Miniunternehmer wollen Haargummis verkaufen, die mit Magneten befestigt werden und sich dadurch nicht in den Haaren verheddern. Die ersten Prototypen hat Produktionsleiterin Viola (11) bereits hergestellt.

Regierungsrat Urs Hofmann zeigte sich an der Preisvergabe «beeindruckt» von der Kreativität und Unternehmenslust der Primarschüler und bestärkte die Miniunternehmer darin, ihre Projekte weiterzuverfolgen: «Ideenreiche Unternehmer braucht es immer», so der Vorsteher des Departements Volkswirtschaft und Inneres.

Die Grundlage dazu ist bereits gegeben: Alle Gruppen erhielten vom Kanton ein Diplom und einen Gutschein für eine gemeinsame Aktivität. Ein Wiedersehen der Teammitglieder ist somit garantiert, vielleicht auch die Weiterentwicklung der Projekte.

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