Vorstoss

«Bei Zwangsheiraten hört die Toleranz auf»: Karin Bertschi kämpft gegen Kinderehen

«Was tut der Aargau gegen Zwangsheiraten und Kinderehen?» Das will Karin Bertschi von der Regierung wissen.

«Was tut der Aargau gegen Zwangsheiraten und Kinderehen?» Das will Karin Bertschi von der Regierung wissen.

SVP-Grossrätin Karin Bertschi (28, Leimbach) blickt ganz nachdenklich. Sie ist in Sorge wegen der Kinder- und Minderjährigen-Ehen. Die Wynentalerin, die im Frühling 2017 geheiratet hat, sagt: «Jeder Mensch soll selber bestimmen können, wann und wen er heiraten möchte.»

Kinderehen würden gegen das Grundrecht auf Freiheit verstossen. Für die Unternehmerin ist klar: «Bei Zwangsheiraten hört bei mir die Toleranz für andere Kulturen auf.» Weil sich die Situation rund um Minderjährigen-Ehen gemäss eidgenössischer Fachstelle Zwangsheirat besorgniserregend entwickelt, hat die Grossrätin im Kantonsparlament einen Vorstoss eingereicht.

Sie will wissen: «Was tut der Kanton Aargau gegen Zwangsheiraten und Kinderehen?» Und: «Wie viele Fälle von Ehen, bei denen ein Ehepartner minderjährig ist, wurden die vergangenen drei Jahre anerkannt? Wie viele Ehen wurden in derselben Zeit nicht anerkannt?»

Karin Bertschi fragt zudem, aufgrund welcher Rechtsbasis der Aargau solche Ehen anerkenne. «Wurde bei Verdacht auf eine Zwangsheirat ein Strafverfahren eröffnet? Wenn ja, in wie vielen Fällen?» so Bertschi in ihrer Interpellation. (uhg)

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