Wahlen 2019

Benjamin folgt auf Ueli Giezendanner – der ist «riesig stolz»

Benjamin Giezendanner folgt seinem Vater mit einem glanzvollen Resultat in den Nationalrat. Und hinter ihm schaffen es aus der Region Zofingen auch Thomas Burgherr und Martina Bircher ins Parlament – trotz Wahlschlappe der SVP.

Der Sohn schlief noch im Kinderwagen, als die Aarburger Grossrätin Martina Bircher gestern Nachmittag in der SVP-Wahlzentrale im Aarauer Restaurant Schützen eintraf. Just vor der Verkündung der definitiven Wahlresultate wachte er aber auf, nahm seine Mutter an der Hand und lief nach draussen.

Bircher war zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich gelöst. Die Resultate aus verschiedenen Bezirken deuteten auf eine sichere Wahl in den Nationalrat – ein grosser Erfolg für die umtriebige SVP-Frau. Sie zeigte sich erfreut, dass ihre Arbeit in Gemeinde und Grossrat so belohnt wird.

Mächtig stolz war auch Ulrich Giezendanner, der aus dem Nationalrat abtritt. Dass sein Sohn Benjamin so stark abschneiden würde und auf den zweiten Platz der Liste vorrückt, hätte er nie gedacht. «Es ist unglaublich», freute sich Giezendanner senior. Er habe mit einem ersten Ersatzplatz gerechnet.

Er habe ja nicht gewusst, was der Name Giezendanner bringe. «Ich bin riesig stolz. Das macht meinen Abgang noch schöner!» Er wünsche sich, dass Benjamin weiter so gradlinig und anständig politisiere. «Ich sage immer, es gibt keine Feinde unter den Menschen.»

Das will der Sohn auch umsetzen. «Vom Vater mitbekommen habe ich: ‹Sei demütig›», sagt Benjamin Giezendanner. «Auch als Partei müssen wir demütig sein.» Man dürfe sich aber auch so geben, wie man sei. «Und da sind wir Giezendanners vielleicht auch mal ein wenig emotionaler.» Im Erfolg dankt der Junior denn auch in erster Linie seiner Frau: «Diesen Wahlkampf neben dem Geschäft zu machen: Da war meine Frau die treibende Kraft.»

Sein persönliches Resultat feiern darf auch SVP-Kantonalpräsident Thomas Burgherr. Er schafft die Wiederwahl. «In der Sache mit Regierungsrätin Roth stand ich halt im Rampenlicht», so Burgherr. Das habe vielleicht einige Stimmen gekostet. «Ich bin aber sehr erfreut über die Resultate im Bezirk.» Neben den Gewählten habe auch Christian Glur gut abgeschnitten.

Die Zofinger FDP-Grossrätin Sabina Freiermuth durfte sich vor den Wahlen ebenfalls kleine Chancen auf einen Sitz ausrechnen. Sie machte letztlich den respektablen fünften Platz auf ihrer Liste. Für eine Wahl in den Nationalrat reicht dies aber deutlich nicht. Da die FDP einen Sitz verliert, ziehen nur zwei Vertreter ins nationale Parlament ein.

Gewählt ist natürlich auch der in Zofingen wohnhafte SP-Politiker Cédric Wermuth. Er zeigt sich erfreut über den Vertrauensbeweis der Wählerschaft und den Erfolg von Rot-Grün. Wermuth begrüsst es, dass sich mit der Wahl von drei SVP-Vertretern aus der Region Zofingen das Gewicht wieder besser in den Westen verschiebe. «Mit Martina Bircher habe ich schon gut zusammengearbeitet. Und ich hoffe, dass ich die gute Beziehung mit Vater Giezendanner auch mit dessen Sohn weiterführen kann.»

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