Halbjahresabschluss

Aargauische Kantonalbank mit bestem Geschäftserfolg der Geschichte – Gewinn trotzdem kleiner

Auch die AKB unterstützte die Wirtschaft ihres Kantons während der Corona-Krise mit Überbrückungskrediten. (Symbolbild)

Auch die AKB unterstützte die Wirtschaft ihres Kantons während der Corona-Krise mit Überbrückungskrediten. (Symbolbild)

Die Aargauische Kantonalbank (AKB) hat sich im ersten Halbjahr operativ verbessert. Der Halbjahresgewinn fiel allerdings unter dem Vorjahreswert aus, weil das Staatsinstitut mit Blick auf die steigenden Risiken wegen der Corona-Pandemie die Reserven für allgemeine Bankrisiken erhöht hatte.

Bank wappnet sich wegen Coronapandemie sicherheitshalber mit zusätzlicher Risikovorsorge.
Halbjahresabschluss In Coronazeiten sind wir schlechte Nachrichten gewohnt. Da freut man sich umso mehr, wenn eine positive heraussticht. Das ist bei der gestrigen Medienmitteilung der Aargauischen Kantonalbank (AKB), wahrhaft der Fall. Die AKB, zu 100 Prozent im Besitz des Kantons Aargau, meldet nämlich schlicht den besten Geschäftserfolg in ihrer Geschichte. In einem «sehr kompetitiven Marktumfeld» habe der Erfolg aus dem Zinsengeschäft im Vergleich zum Vorjahr gesteigert werden können, heisst es dazu.

Der Geschäftserfolg beträgt per Mitte Jahr rekordhohe 105,2 Millionen Franken (plus 14,3 Prozent). Direktionspräsident Dieter Widmer erfreut: «Wir haben die diversen Herausforderungen im ersten Semester sehr gut bewältigt und sehen dem zweiten Semester zuversichtlich entgegen.»
Die Bank stärkte laut Mitteilung die Risikovorsorge in den Reserven für allgemeine Bankrisiken zusätzlich. Dies wegen wahrscheinlich steigender Kreditrisiken im Zusammenhang mit dem wirtschaftlichen Abschwung, ausgelöst durch Covid-19. Das hat Einfluss auf den Halbjahresgewinn, der mit 68,6 Millionen Franken «leicht unter den Wert der Vergleichsperiode fällt».

Bis Ende Juni 2064 Covid-Kredite und dreimonatiger Mietnachlass

Mit zahlreichen Sondermassnahmen hat die AKB bekanntlich das Gewerbe gezielt unterstützt. Dies mit unkomplizierten und schnellen Überbrückungskrediten, mehrheitlich garantiert vom Bund und Kanton Aargau. Bis Ende Juni wurden 2064 Kredite über 277 Millionen Franken zur Verfügung gestellt, wovon laut AKB 152 Millionen verwendet wurden.

Weitere Massnahmen, wie ein Aufschub der vertraglichen Amortisationen und AKB Liquiditätsspritzen für Unternehmen mit intakten Geschäftsmodellen, verhalfen weiteren 176 KMU, die Krisenbewältigung in Angriff zu nehmen. Den gewerblichen Mieterinnen und Mietern gewährte die AKB ab März für drei Monate einen Mietnachlass von 50 Prozent.

Mit dem neuen Gefäss AKB Impuls habe man das Zusammenleben der Menschen im Marktgebiet bereichert und gezielt Vereine und Organisationen unterstützt, heisst es weiter. Daraus wurden diverse Institutionen mit Unterstützungsprojekten für Coronabetroffene grosszügig unterstützt. Gemeinsam mit Aargau Tourismus hat die AKB der Bevölkerung ermässigte Erlebnisgutscheine angeboten. Zusätzlich wurden an die Gemeinden 20'000 Gutscheine à 25 Franken verteilt, die an Menschen abgegeben werden, die von Sorgen und Ängsten geplagt sind. Gesamthaft fliessen so zu direkt Betroffenen und lokalem Gewerbe, etwa zu Gastro- und Freizeitbranche, über 660'000 Franken.
Das AKB-Businessvolumen beträgt per Ende Juni 55,2 Milliarden Franken (0,9 Prozent mehr als Ende 2019). Dieses Volumen umfasst alle Ausleihungen, Passivgelder und Depotwerte von Kunden. Die Kundenausleihungen stiegen um 274,4 Millionen Franken auf 23,6 Milliarden Franken. Im Kundenvermögen erzielte die AKB eine Zunahme auf 28,8 Milliarden Franken.

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