Baden

«Bisch sälber schuld!»: Aargauer SP-Frauen kämpfen gegen sexuelle Gewalt – und beschmieren Baden mit Macho-Sprüchen

Am häufigsten sind es Männer aus dem Bekanntenkreis, die Frauen Gewalt antun. Das wollen die SP-Frauen Aargau nicht hinnehmen und schritten zur Tat: Sie beschrieben und beklebten die Badener Altstadt.

Deftige Sprüche prangen in der Badener Altstadt: «Warum leisch dich so ah?! Bisch sälber schuld!» Ein paar Schritte weiter: «Hättsch halt weniger sölle trinke!» Wer sich fragt, was das alles soll, findet wenige Meter weiter Aufklärung: «Stopp sexuelle Gewalt gegen Frauen», leuchtet es in grossen Lettern vom dunklen Asphalt.

Hinter dieser Aktion stecken die SP-Frauen Aargau. Sie haben Sprüche, wie sie weibliche Opfer sexueller Gewalt oft zu hören bekommen, in weisser Kreide auf den Boden geschrieben.

Ausserdem sind auf A4-Format zehn statistische Fakten über Gewalt an Frauen an den umliegenden Häuserwänden angebracht worden. So wollen die Sozialdemokratinnen auf die Thematik aufmerksam machen und sie enttabuisieren. Denn die Tabuisierung führe dazu, dass Frauen sich niemandem anvertrauen und so viele Gewaltdelikte unentdeckt blieben.

«Gewaltverbrechen dürfen in der Schweiz kein Tabuthema mehr sein, denn schweizweit stirbt alle zwei Wochen eine Frau an den Folgen sexueller oder physischer Gewalt durch einen Mann.» Das erklärt Elena Flach, Präsidentin SP-Frauen. «Die Taten werden als Familiendrama dargestellt, obwohl es sich in Wahrheit um Femizide, sogenannten Frauenmorde handelt.» 

Die SP-Frauen wünschen sich, dass offen über das Thema Gewalt an Frauen gesprochen wird. Die Diskussion soll faktenbasiert sein, deshalb auch die Kleinplakate mit Aussagen wie «Pro Monat gibt es 6 versuchte und vollendete Tötungsdelikte im Rahmen häuslicher Gewalt.»

Aufmerksamkeit war ihnen mit ihrer Aktion auf jeden Fall gewiss.

Autor

Mona Martin

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