Tierischer Einsatz

Blaulicht-Eskorte für gebärende Hündin: Ist das eine Aufgabe der Polizei?

Weil ein Hundehalter mit seiner gebärenden Hündin auf der Autobahn im Stau steckte, wurde er von einer Polizeipatrouille mit Blaulicht in die Tierklinik begleitet. Gilt «dein Freund und Helfer» auch für Tiere?

Silvan Zumthurn steckt mit seiner gebärenden Hündin auf der Autobahn im Stau. Die Zeit drängt, die Hündin muss so schnell wie möglich in die Tierklinik. In seiner Verzweiflung wählt Zumthurn die Notfallnummer. Eine Polizeipatrouille eskortiert ihn mit Blaulicht über die Autobahn bis zur Tierklinik. Ein Welpe war bereits tot geboren worden, doch danach kamen fünf gesunde Hündlein auf die Welt.

Polizeieskorte für gebärende Hündin

Polizeieskorte für gebärende Hündin

Am Freitag steckte ein Hundetrainer im Stau, als bei der Hündin die Geburtswehen einsetzten. Prompt eskortierte sie die Kapo Aargau ins Tierspital.

Eine Geschichte, die in der Kommentarspalte und in den sozialen Medien die Herzen der Leser erwärmte. «Silvan Zumthurn und die Polizei haben beide 100% richtig gehandelt», kommentiert ein Leser online. Auf Facebook danken die User der Polizei und freuen sich über den schönen Ausgang der Geschichte.

Die Frage, ob ein solcher Einsatz zum Repertoire der Polizei gehören soll, beantworten viele gleich selber. «Schön, wenn man sich auch in so einer Ausnahmesituation auf die Polizei verlassen kann», schreibt eine Userin. «Man lässt doch kein Tier sterben nur weil grad Stau ist auf der Strasse...», meint eine andere.

Nach den Meinungen der Facebook-User hat sich die Polizei mit dieser speziellen Fahrt einen Gefallen getan. «Mit diesem Einsatz habt Ihr wieder viel an Eurem angekratzten Image gearbeitet», schreibt ein Kommentator.

So sieht es auch SVP-Grossrat Roland Vogt. Vogt ist selber Polizist und arbeitet bei der Stadtpolizei Zürich. «Der Einsatz war eine gute Sache und eine schöne Gelegenheit für die Polizei, um wieder einmal in einem anderen, positiven Zusammenhang erwähnt zu werden», sagt er.

Der Einsatz für die gebärende Hündin sei ein spezieller Fall. «Überall muss gespart werden und als Politiker habe ich ein gewisses Verständnis für Leute, welche die Blaulicht-Eskorte auf der Autobahn kritisieren», sagt Vogt in seiner Rolle als Politiker.

Als Polizist ist die Sache für ihn klar: «Ich würde einen solchen Einsatz ebenfalls leisten, ich finde das eine schöne Sache zum Wohl des Bürgers.» Schliesslich habe die Polizei auch schon schwangere Frauen in ein Spital eskortiert. Das sei ein ähnlicher Fall und gehöre doch zu den Aufgaben der Polizei.

Roland Vogt war für die Stadtpolizei Zürich selber fast 10 Jahre auf Patrouille. Einen Fall wie mit der gebärenden Hündin hatte er nie. «Es gab aber schon den einen oder anderen Tiereinsatz», sagt er. Zum Beispiel wegen Schwänen.

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