Umfrage
Braucht es verschärfte Corona-Massnahmen für Ostern? Das sagen unsere Leser

Prachtswetter an Ostern könnte weiter Scharen von Menschen dazu bewegen, ihre Freizeit im Freien zu verbringen. Das macht die Einhaltung des Social Distancings zunehmend schwieriger. Wir haben unsere Leserinnen und Leser gefragt, ob es deshalb verschärfte Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus braucht.

Maria Brehmer
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Chris Iseli

Braucht es jetzt verschärfte Massnahmen, da die Leute nachlässiger werden? Diese Frage stellten wir unseren Leserinnen und Lesern auf Facebook. Und uns erreichten über hundert Antworten.

Wer am Wochenende einen Blick nach draussen warf, erkannte schnell: Das schöne Wetter und die sommerlichen Temperaturen ziehen die Leute ins Freie. Das ist verständlich. Doch ist es auch gut für uns? Und können die von den Behörden auferlegten Massnahmen gegen die weitere Ausbreitung des Corona-Virus so überhaupt eingehalten werden?

Geteilter Meinung

Darin sind sich unsere Leserinnen und Leser nicht einig. Die einen setzen auf die Selbstverantwortung: Wenn wir die bisherigen Massnahmen korrekt umsetzen, kommt alles gut. Sie befürchten «Bevormundung» durch den Staat, würden uns jetzt noch mehr Regeln auferlegt.

Für die anderen ist klar: Es braucht eine Ausgangssperre, damit unnötige Kontakte endgültig verhindert würden. Viele Leserinnen und Leser sehen den Bundesrat zu strengeren Massnahmen gezwungen, würde sich die Bevölkerung nicht endlich an jene halten, die schon bestehen. Um es nicht soweit kommen zu lassen, appellieren sie an die Vernunft eines jeden. Einige zweifeln an ebendieser Vernunft.

Weil wir nicht fähig sind, vernünftig zu handeln, gibt es nur eine Lösung: verschärfte Massnahmen, um jeden von uns zu schützen.

(Quelle: eine Leserin)

Weiter schreibt die Leserin, dass zum vernünftigen Handeln auch gehöre, ab und zu frische Luft zu schnappen, einfach mit dem nötigen sozialen Abstand.

Dass frische Luft schliesslich gesund sei und man darum unbedingt hin und wieder in die Natur gehen solle, darin sind sich die meisten unserer Leserinnen und Leser einig. Das persönliche Wohl, zu dem auch die Bewegungsfreiheit gehört, kommt bei vielen an erster Stelle.

Lasst doch die Leute und Familien spazieren gehen. Sie tun mir leid, ich wohne auf dem Land und kann raus, wann immer ich will. Aber es muss wirklich schlimm sein, wenn man in einer kleinen Wohnung eingesperrt ist!

(Quelle: eine Leserin)

Dem gegenüber steht das Gemeinschaftswohl, das einige gefährdet sehen, wenn sich zu viele Personen gleichzeitig im Freien aufhalten:

Wir haben Hochsommer auf den Philippinen und trotzdem bleiben wir zuhause. Zum Wohle von uns allen. Hier wird nicht gejammert wie in Europa.

(Quelle: ein Leser)

Der Ruf nach strengeren Massnahmen wird etwa von dieser Leserin dadurch begründet, dass ihrer Beobachtung zufolge sich viele Personen nicht an die bereits bestehenden Massnahmen halten würden:

Viele wollen es noch immer nicht wahrhaben und fahren zum Beispiel trotzdem ins Tessin, wie wenn nichts wäre. Und das sind NICHT die Jungen. Die Ausrede, die meine Tessiner Freunde beim Buchen hören, ist: Wir kommen schon seit Jahrzehnten hier her und wollen wegen etwas Unsichtbarem nicht unser Leben verändern. Da bleibt wohl wirklich nichts anderes übrig als diese Leute mit Polizeigewalt zuhause in Quarantäne zu stecken.

(Quelle: eine Leserin)

Um durchsetzen zu können, dass sich die Menschen nicht zu nahe kommen und so die Verbreitung des Virus eingedämmt werden kann, braucht es von der Politik angeordnete, strengere Massnahmen, finden einige Leserinnen und Leser.

Ja, strengere Massnahmen sind wichtig für uns alle! Unbedingt!

(Quelle: ein Leser)

... die notfalls durch mehr Polizeipräsenz und härtere Strafen durchgesetzt werden müssten:

Einkaufstouristen könnt ihr doch auch mit 1000 Franken abstrafen, warum nicht auch andere Personen, die sich versammeln? Eltern haften für ihre Kinder!

(Quelle: ein Leser)

Dieser Meinung gegenüber stellt sich eine Gruppe von Leserinnen und Lesern, die einen zu starken Staat befürchten:

Wir sind doch keine Diktatur!

(Quelle: ein Leser)

Andere fordern, die Massnahmen gar zu lockern:

Es braucht die Aufhebung der total übertriebenen Massnahmen! 

(Quelle: ein Leser)

Der Bundesrat diskutiert gegenwärtig über weitere Massnahmen gegen die Ausbreitung des Corona-Virus. An der Medienkonferenz vom Montagnachmittag würden allfällige Neuerungen kommuniziert (lesen Sie alles in unserem Newsticker). Bis auf Weiteres fordert der Bundesrat Geduld von der Bevölkerung und bittet diese inständig, sich an die Verordnungen zu halten.

Das sind die aktuell gültigen Massnahmen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) gegenüber der Bevölkerung, Organisationen und Institutionen:

Bleiben Sie zuhause und gehen Sie nur aus dem Haus, wenn es zwingend erforderlich ist. Das heisst, wenn:

  • Sie Lebensmittel einkaufen müsen
  • Sie zum Arzt, zur Ärztin oder in die Apotheke gehen müssen
  • jemand Ihre Hilfe benötigt
  • Home-Office nicht möglich ist und Sie arbeiten gehen müssen

Das BAG empfiehlt überdies Risikogruppen (Personen, die älter sind als 65 oder Menschen mit Vorerkrankungen), hier keine Ausnahmen zu machen.

Treffen von mehr als fünf Personen sind in der Öffentlichkeit verboten. Damit sind öffentliche Plätze, Spazierwege oder Parkanlagen gemeint. Treffen sich fünf oder weniger als fünf Personen, müssen sie eine Distanz von mehr als zwei Metern einhalten. Wer sich nicht daran hält, wird mit einer Busse bestraft.