Levrat-Nachfolge

Cédric Wermuth und Mattea Meyer kandidieren gemeinsam für das Präsidium der SP

Cédric Wermuth und Mattea Meyer kandidieren gemeinsam für das Präsidium der SP.

Cédric Wermuth und Mattea Meyer kandidieren gemeinsam für das Präsidium der SP.

Die Zürcher Nationalrätin und der Aargauer Nationalrat kündigen ihre Levrat-Nachfolge-Kandidatur in einem Gespräch in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung WOZ an.

Falls sie gewählt werden, wollen Meyer und Wermuth insbesondere den Kontakt der SP zu gesellschaftlichen Bewegungen wie der Frauen- und der Klimabewegung verbessern. Einen Bruch mit der Ära Levrat soll es nicht geben, stellen beide klar. «Wir wollen deutlich stärker über das Parlament hinaus in die Gesellschaft hineinwirken», sagt Wermuth gegenüber der WOZ.

Die Niederlage der SP bei der Wahl am 20. Oktober erklären sich die beiden selbstkritisch damit, dass die Partei mit ihren sozialen Anliegen zu wenig zu den Wählerinnen und Wählern durchgedrungen sei und nicht als Teil des Wandels wahrgenommen wurde. 

«Unsere Aufgabe ist es, die Kämpfe für ein würdevolles Leben zu verbinden», sagt Meyer. International wollen sich Meyer und Wermuth junge Politikerinnen und Politiker zum Vorbild nehmen, «die den Inhalt ins Zentrum stellen» – wie Alexandria Ocasio Cortez in den USA oder Kevin Kühnert in Deutschland. 

Den Vorwurf, dass sie den linken, urbanen Flügel vertreten, lassen die beiden nicht gelten. «Die angeblichen Flügelkämpfe sind eine reine Mediengeschichte», sagt Meyer. Alle Mitglieder sollten in Zukunft ihr spezifisches Wissen in die Partei einbringen können.

Verantwortung auf mehr Schultern

Die eine durchsetzungsstark, der andere harmoniebedürftig – so beschreibt Wermuth seine Kollegin und sich selbst im WOZ-Interview. Dass gerade die beiden die Partei im Ko-Präsidium leiten wollen, erachten sie als zeitgemäss. «Ein alleiniges Präsidium ist für mich schon rein familiär nicht vorstellbar», sagt Wermuth.

«Die Zeit der Einzelkämpfer und der grossen Helden ist abgelaufen», meint Meyer. Im Interview zeigen sich beide überzeugt, dass es in «Zeiten der Klimakrise, der Ungleichheit und eines zunehmenden Autoritarismus eine starke SP braucht».

Um die Mitbestimmung in der eigenen Partei zu erhöhen, haben die beiden kein Patentrezept, «aber wir wollen mit den Mitgliedern diskutieren, wie wir die Partizipation anders gestalten können.» Die Verantwortung solle in Zukunft auf mehr Schultern verteilt werden, sagt Meyer im Interview.

Die Wahl zum SP-Präsidium findet am Parteitag der SP am 4. und 5. April 2020 in Basel statt.

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