Die Swissfiber Menziken AG war ursprünglich gegründet worden, um ein schweizweites Glasfasernetz auszubauen und in Menziken ein Datacenter aufzubauen und zu betreiben. Dies verkündete im Februar vor zwei Jahren der Verwaltungsrat.

Gegründet hat Swissfiber der Menziker Immobilienunternehmer Kurt Weber, der auch das Amt des Verwaltungsratspräsidenten ausübt. Die operativen Geschäfte führt als CEO Gerard van Liempt.

Domizil des Datacenters sind die ehemaligen Hallen der Alu Menziken, wo bereits entsprechende Stromkapazitäten aus der Alu-Zeit vorhanden sind. Die Administration wird im sanierten Alu-Hochhaus untergebracht.

Eigentlich war vorgesehen, den chinesischen Technologiekonzern Huawei als technischen Ausrüster für das Glasfasernetz zu verpflichten. In dieser Funktion ist Huawei auch für Swisscom und Sunrise in der Schweiz tätig.

«Leider ist es unterwegs zum Streit zwischen den Vertragsparteien gekommen», erklärt Floris Alders, der Finanzchef der Swissfiberinvest AG, Eigentümerin der Immobilien in Menziken.

Dabei ging es laut Alders nicht primär um technische Fragen, sondern um die Einhaltung vertraglicher Verbindlichkeiten.

Weil dieses Verfahren noch hängig ist, kann das Unternehmen sich dazu nicht äussern. Vermittlungsversuche blieben bislang ohne Erfolg. Jedenfalls geht es um viel Geld.

So meldete die «Handelszeitung» am 9. Oktober 2013, dass von der Swissfiber eine Betreibung in der Höhe von 8,7 Millionen Franken gegen Huawei eingeleitet worden sei.

Noch vorher, im Juni letzten Jahres, war die Swissfiber Menziken AG in zwei Gesellschaften aufgeteilt worden: besagte Swissfiberinvest und die Swiss Datahall AG.

Huawei hätte auch mit Letzterer geschäften wollen, doch ein Vertrag hat im Gegensatz zur Swissfiberinvest AG nie bestanden. «Huawei ist mit beiden Firmen nicht mehr im Geschäft», sagt Alders.

Die Aufteilung hatte strategische Gründe und nichts mit Huawei zu tun. Die ursprüngliche Geschäftsidee war, so Alders, «den Kunden eine Datenhalle und ein Netz anzubieten».

In der Zwischenzeit habe man festgestellt, dass diese Kombination für viele gar nicht so interessant sei wie gedacht. Kunden suchten eher ein massgeschneidertes Angebot.