Coronakrise
Die Masken an den Aargauer Schulen fallen – Impfungen an Schulen werden geprüft

Die Schulen finden nach der Coronakrise Schritt für Schritt zurück zur Normalität. Ab Montag müssen auch die Oberstufenschüler im Kanton Aargau keine Masken mehr im Unterricht tragen. Bildungsdirektor Alex Hürzeler ist vorsichtig optimistisch.

Eva Berger
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Pressekonferenz vom 25.6. im Grossratssaal in Aarau, unter anderem mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Pressekonferenz vom 25.6. im Grossratssaal in Aarau, unter anderem mit Bildungsdirektor Alex Hürzeler.

Fabio Baranzini

Seit dem 31. Mai müssen Aargauer Fünft- und Sechstklässler in der Schule keine Maske mehr tragen. Am Montag haben das auch die Sekundarschülerinnen und Sekundarschüler hinter sich. Auf Sekundarstufe 2, den Berufs- und Kantonsschulen, fallen die Masken am Montag überall draussen, höchstwahrscheinlich nach den Sommerferien auch in den Schulhäusern.

Landstatthalter Alex Hürzeler hatte am Freitag vor den Medien also Erfreuliches zu verkünden. In wenigen Wochen geht das aktuelle Schuljahr zu Ende – trotz zweiter und dritter Welle blieben die Schulen im Aargau seit August geöffnet, Homeschooling war an der Volksschule seit über einem Jahr kein Thema mehr. «Dass wir das ganze Schuljahr im Präsenzunterricht stattfinden lassen konnten, ist einmalig», so Hürzeler. Das sei das Verdienst des gesamten Bildungswesens und der Solidarität aller. «Ich bin froh, sind jetzt weitere Lockerungen möglich.»

Kanton wieder für Sekundarstufe 2 zuständig

Neu ist der Kanton wieder zuständig bei den Massnahmen auf der Sekundarstufe 2. In Absprache mit den Rektorenkonferenzen sei man zum Schluss gekommen, die Maskenpflicht noch bis zu den Sommerferien beizubehalten. Voraussichtlich mit Beginn des neuen Schuljahres werde sie ebenfalls fallen. Ganz sicher ist das jedoch nicht, denn eigentlich gilt die Maskenpflicht ab 16 Jahren drinnen weiterhin, daran hat der Bundesrat nichts geändert. Die Diskussion sei aber national angelaufen, so Hürzeler.

Grössere Lockerungen gibt es auch für die Fachhochschulen und die Universitäten. Sie können den Betrieb vor Ort wieder voll aufnehmen, Personenbeschränkungen für die Veranstaltungen gibt es nicht mehr. Nach beinahe einem Jahr Unterbruch kann also auch die Fachhochschule Nordwestschweiz wieder zum Normalbetrieb zurückfinden. Allerdings gibt es hier, wo Erwachsene unter sich sind, wenig Spielraum bei den Masken. Diese müssen draussen zwar nicht mehr getragen werden, in den Innenräumen jedoch weiterhin; auch die anderen Schutzmassnahmen, wie Abstandhalten, gelten nach wie vor.

Weiterhin Tests, Impfungen werden geprüft

Wegen der Schutzmassnahmen ist ab Montag auch an der Volksschule noch nicht ganz alles so, wie vor der Pandemie. «Selbstverständlich müssen die Regeln weiterhin eingehalten werden», sagte Alex Hürzeler. Auf der Oberstufe tragen Erwachsene die Maske noch bis auf weiteres in Innenräumen, wenn sie untereinander oder zu Schülern den Abstand von eineinhalb Metern nicht einhalten können.

Auch getestet wird an den Schulen vorläufig weiter. «Wir sind der Überzeugung, dass die repetitiven Tests weiterhin sehr zu empfehlen sind», so der Bildungsdirektor. Gerade nach den Sommerferien werde es wichtig sein, durch die Tests allfällige Ausbrüche sofort zu begrenzen.

Wieder möglich sind Schulreisen und Klassenlager. Vom Kanton gibt es diesbezüglich keine Auflagen mehr, die Schulen müssen sich aber jeweils an die Schutzkonzepte von öffentlichem Verkehr, Lagerunterkunft oder Veranstaltungsort halten.

Noch unsicher ist, ob und wann auch das Impfen an der Schule zum Thema wird. «Wir prüfen, inwiefern die Impfung auch speziell an der Oberstufe und der Sekundarstufe 2 eingesetzt werden kann», sagte der Bildungsdirektor.

Erleichterung über Öffnungen in Kultur und Sport

Hürzeler ist aber nicht nur Bildungs-, sondern auch Kultur- und Sportdirektor. Die Freude sei besonders gross, dass die Veranstalter nach dem Bundesratsentscheid vom 23. Juni ihre Aktivitäten wieder aufnehmen können, sagte er vor den Medien. Für das Sozialleben sowie das psychische und physische Wohlbefinden sei es zentral, dass Publikumsveranstaltungen wieder möglich sind.

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