Coronavirus

Coronatest auf dem Parkhausdach: Aargauer Spitäler bauen Kapazitäten aus

Seit letzter Woche werden alle Personen mit Symptomen getestet. Die Spitäler haben ihre Kapazitäten ausgebaut. Das Kantonsspital Baden beispielsweise hat auf dem Parkhausdach ein Testzentrum aus Containern aufgebaut.

Der Aargau zählte am Freitag 1112 bestätigte Coronafälle, vier mehr als am Vortag. 34 Personen sind im Spital. Elf sind auf der Intensivstation, acht müssen künstlich beatmet werden. Bisher sind 34 Personen an den Folgen des Coronavirus verstorben, eine mehr als am Donnerstag, wie der Kantonale Führungsstab in seinem Lagebulletin schreibt.

Letzte Woche hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) die Testkriterien angepasst. Es empfiehlt, alle Personen auf das Coronavirus zu testen, die Symptome wie zum Beispiel Husten, Halsschmerzen, Kurzatmigkeit oder Muskelschmerzen haben.

Baden hat Kapazitäten für bis zu 100 Tests pro Tag

Um herauszufinden, ob sich jemand mit dem Coronavirus angesteckt hat, wird Abstrich aus dem Nasen-Rachen-Raum entnommen. Im Aargau ist das in allen Spitälern und beim Hausarzt möglich. Ob es zusätzlich, wie in anderen Kantonen, auch im Aargau mobile Testteams geben wird, welche zu den Leuten nach Hause gehen, werde abgeklärt, sagt Kantonsärztin Yvonne Hummel. Laut Jürg Lareida, Prä­sident des Aargauischen Ärzteverbandes, sollen Patienten, die mobil sind, eine Praxis oder ein Spital aufsuchen. «Hausbesuche werden selbstverständlich auch gemacht, dies aber vorwiegend bei immobilen Patienten», sagt Lareida

Ein Coronatestzentrum ist in den letzten Wochen am Kantonsspital Baden (KSB) entstanden. Wegen der grossen Nachfrage nach Covid-Tests habe das KSB seine Testkapazitäten ausgebaut und vor Ostern auf dem Parkhausdach ein Testzentrum aus Containern aufgebaut, sagt Andrée Friedl, Leiterin Infektiologie und Spitalhygiene am KSB. «Aktuell können dort maximal 100 Tests pro Tag durchgeführt werden.» Die Kapazität könne im Bedarfsfall auch rasch erhöht werden. «Wir gehen aber davon aus, der Nachfrage gerecht werden zu können.» Derzeit werden pro Tag nur 30–40 Personen getestet. Wer Coronasymptome hat, kann über die KSB-Website einen Termin buchen.

KSA-Chefarzt hofft, dass sich viele testen lassen

Die Teststelle des Kantonsspitals Aarau (KSA) ist ebenfalls in einem separaten Haus untergebracht. Das KSA könne, was die Abstrich- und Laborqualität betreffe, über 100 Tests pro Tag durchführen und analysiere teilweise auch Proben für andere Spitäler, sagt Chefarzt Christoph Fux. Er hofft auf ein vermehrtes Testaufkommen. «Nur wenn wir möglichst viele Fälle im Kanton identifizieren und mit guter Beratung für eine konsequente Isolation der Erkrankten und Quarantäne der Kontaktpersonen sorgen, können die Lockdown-­Massnahmen zügig gelockert werden», sagt er. Anmeldungen sind über die KSA-Zentrale (0628384141) möglich. Hausärzte können ihre Patienten auch via E-Mail anmelden.

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