Wahlen 2016

Darum will diese Aargauer Grossratskandidatin ihr Gesicht nicht zeigen

Unerkannte Grossratskandidatin

Unerkannte Grossratskandidatin

Eine Grossratskandidatin im Aargau scheint von Wahlplakaten nichts zu halten und will sich partout nicht zeigen. Was steckt hinter dem Entscheid? Das sagen der Bremgartner GLP-Präsident, die stellvertretende Wahlbüro-Leiterin und der Politexperte.

Längst ist der Wahlkampf für die Aargauer Grossratswahlen angebrochen. Wo man hinblickt, grinsen einem Kandidaten auf den Wahlplakaten entgegen. Doch eine GLP-Politiker aus dem Freiamt will unerkannt bleiben. Eine Spurensuche.

Derzeit gibt es im Kanton kein Entkommen: Wo man auch hingeht, von überall blicken einem die Gesichter der Aargauer Grossratskandidaten entgegen. Nicht nur auf der Strasse, sondern auch im Internet und den Tageszeitungen wird rege für die eigene Person geworben.

Nur eine Kandidatin scheint vom Wahlkampf-Trubel nichts zu halten. Sie verzichtet strikt darauf, ihr Gesicht zu zeigen: die grünliberale Kandidatin Célina Baumann aus dem Bezirk Bremgarten. Noch nicht einmal auf der Webseite ihrer Partei prangt das Konterfei der Freiämterin. 

Diese Kandidaten aus dem Bezirk Bremgarten stellen sich zur Wahl für den Grossen Rat: 

Auch auf der offiziellen Grossrats-Webseite des Kantons, wo alle Kandidierenden vorgestellt werden, fehlt von Célina Baumanns Porträtbild jede Spur. 

«Um zu kandidieren, reicht man einen Wahlvorschlag und ein Wahlfähigkeitszeugnis ein», erklärt Franziska Gross, stv. Leiterin des kantonalen Wahlbüros Aargau, gegenüber dem Regionalsender Tele M1. «Ein Foto ist dabei kein Muss und wir respektieren es, wenn sich ein Kandidat nicht zeigen möchte.»

Zukunftsgedanken und freundschaftliche Wahlhilfe

Trotzdem: Ist es nicht sinnvoll und wichtig, sein Gesicht zu zeigen, will man ins Amt eines Grossrats gewählt werden? Auf diese Frage wollte sich die Jungpolitikerin nicht äussern. 

Für Politexperte Hanspeter Widmer ist das Zeigen des Gesichts im Wahlkampf gar nicht so wichtig. Gegenüber Tele M1 erklärt er: «Wenn diese Frau einen grossen Bekanntenkreis und gute Beziehungen hat, dann ist ein Foto zweitrangig.»

Doch hofft Célina Baumann wirklich, als junge Politikerin gewählt zu werden und dabei dennoch anonym zu bleiben? Nein, sagt Dominik Peter, Präsident der GLP Bremgarten. Der Entscheid der Jungpolitikerin habe ganz andere Gründe. «Die Kandidatin macht sich Gedanken um ihre Zukunft und was in fünf oder zehn Jahren sein wird. Wo wird sie sich bewerben? Wer wird das Foto alles sehen?», erklärt Peter und ergänzt: «Ich finde das ziemlich cool von einer 18-Jährigen, dass sie sich bereits solche Gedanken macht.»

Und der Entscheid hat noch einen weiteren Grund, wie die Recherchen von Tele M1 zeigen. So wolle Baumann mit der Massnahme auch ihrer besten Freundin und Parteikollegin Annetta Schuppisser helfen, die sich ebenfalls zur Wahl für den Grossen Rat stellt. Denn mit den eigenen Stimmen erhöhe Baumann die Chancen für ihre Freundin, ins Aargauer Parlament gewählt zu werden. (luk)

Den Grossen Rat wählen – so gehts

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Kurzanleitung des Kantons Aargau.

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