Neujahrsapéro

Das Aargauer Gewerbe baut auf die neue Steuerreform

Alljährlich lädt der Aargauische Gewerbeverband (AGV) zum Neujahrsapéro ins Kultur- & Kongresshaus nach Aarau. Und alljährlich kann Präsident Kurt Schmid einen neuen Besucherrekord melden. Waren es letztes Jahr 630, so kamen diesmal schon gegen 700.

Allen voran Landammann Urs Hofmann, Finanzdirektor Roland Brogli und Bildungsdirektor Alex Hürzeler. Die Einladung angenommen haben auch Grossratspräsident Theo Voegtli sowie die beiden Vizepräsidentinnen Kathrin Scholl-Debrunner und Vreni Friker Kaspar.

Die eidgenössische Delegation mit sieben Nationalrätinnen und Nationalräten wurde angeführt von Ständerätin Christine Egerszegi. Besonders erfreut war man im AGV, dass sich auch Hans-Ulrich Bigler, Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbandes, die Ehre gab.

Für 2012 vorsichtig optimistisch

AGV-Präsident Schmid nutzte die Gelegenheit, das neuste KMU-Konjunkturbarometer vorzustellen. Und siehe da: Allen Konjunkturwolken zum Trotz erachtet das Gewerbe die aktuelle Auftragslage weiterhin als gut. Die Auftragslage für 2012 sieht es als fast unverändert, weshalb Schmid eine vorsichtig optimistische Prognose wagte. Sorgen bereitet ihm aber die im Vergleich zur letzten Umfrage auf mehr als das Doppelte hochgeschnellte Nennung von «zu wenig Lernenden».

Beim Blick auf 2012 kritisierte Schmid die Strassenverkehrsamts-Gebühren als viel zu hoch. Dafür baut das Gewerbe auf die neue Steuerreform, die zur Freude Schmids den Mittelstand entlasten wird. Es zeichnet sich zudem ab, dass gar auch juristische Personen profitieren.

Zwei Hämmer für zwei junge Sieger

Schmid zeichnete im Anschluss mit spürbarer Begeisterung zwei erfolgreiche junge Aargauer Berufsleute mit je einem Hammer aus, der höchsten Verbandsauszeichnung. Nämlich den Berufsweltmeister und ersten Aargauer mit dem Titel «Best of nations», Christoph Schweizer, sowie Sandra Schmid, die ein Diplom geholt hatte.

Bühlmann: Franken überbewertet

In einer eigentlichen Tour d'Horizon zur Wirtschaftslage machte Peter Bühlmann, Präsident der Geschäftsleitung, der den Anlass sponsernden Neuen Aargauer Bank (NAB), klar, dass der Franken trotz Stabilisierung durch die Nationalbank noch «stark überbewertet ist». Der Kurs werde sich in den nächsten Monaten nicht verbessern. Immerhin, so Bühlmann, verbleiben auch die Zinsen auf einem tiefen Niveau.

Die Konjunkturabkühlung habe den Aargau verzögert und hoffentlich weniger heftig getroffen - wie schon 2009. Positiv sieht er, dass Aargauer KMU im Schweizer Vergleich bei den Exporten in die BRIC-Staaten gut dastehen.

Bühlmann: «Dort sind auch 2012 Wachstumsmärkte.» Auch ihm ist die kommende Steuerreform - gern auch für juristische Personen - ein wichtiges Anliegen. Bühlmann lobte den Verbleib des Aargaus im jüngsten Standortqualitätsranking der Kantone auf dem dritten Podestplatz: «Dritter zu werden, ist einfacher als Dritter zu bleiben.»

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