Sie waren sich für einmal alle einig: Die menschenverachtenden Posts von Daniel Wicki sind nicht tolerierbar.

«Der Gemeindeammann Michael Weber ist in der SVP und somit ein Parteikollege von Ihnen, Herr Burgherr», sagte Moderator Kaspar Loeb und bezog sich auf die Tatsache, dass sich der Boswiler Gemeindeammann am Anfang deutlich hinter den Gemeindeschreiber gestellt hatte. «Der Post des Gemeindeschreibers ist nicht akzeptierbar», sagte Burgherr.

Er sehe den Gemeindeammann aber als Arbeitgeber: «Als Arbeitgeber, wenn ich eine Krise in meinem Betrieb hätte, würde ich mich am Anfang auch schützend geben.» Er hätte Wicki an der Stelle des Gemeindeammanns auch nicht sofort entlassen, sondern ein Gespräch gesucht.

Die SVP Aargau hätte sich als einzige Partei offiziell nicht deutlich von diesem Vorfall distanziert, warf Gabriela Suter dem Aargauer SVP-Präsidenten vor. Der Gemeindeschreiber gehöre nicht der SVP an, antwortete Burgherr. «Aber der Gemeindeammann hat den Gemeindeschreiber in Schutz genommen und er ist ein SVP-Mitglied», entgegnete Gabriela Suter.

«Ich kann nicht verstehen, dass ein intelligenter Gemeindeschreiber so etwas schreibt», sagte Burgherr, aber Wickis Entschuldigung sei für ihn glaubhaft gewesen und jeder Mensch hätte eine zweite Chance verdient.

Auch Marianne Binder, der von Ueli Giezendanner am vergangenen Sonntag vorgeworfen wurde, sich durch den Fall Wicki profilieren zu wollen, sagte, dass der Gemeindeammann am Anfang nicht so lange hätte zögern dürfen. Den Vorwurf, sich durch diesen Fall profilieren zu wollen, gibt sie aber an die SP weiter. Sie hätte Mühe mit der Petition von Cédric Wermuth. Die Gemeinde könne das selber lösen: «Eine Petition ist bei einer Umfahrung geeignet, aber nicht bei einem fehlbaren Menschen.» Das sei Wahlkampf.

Die Tatsache, dass mehr als tausend Menschen diese Petition unterschrieben hatten, zeige, dass die Zivilgesellschaft ebenfalls gegen die menschenverachtenden Äusserungen Stellung genommen habe, entgegnet Gabriela Suter. (Tel)