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Dem Kollaps entkommen: So feiern Sie trotz

Andy Waldmeier, Präsident des Militärsanitätsvereins Aarau, war am Maienzug vor Ort, musste aber nicht anpacken. Severin Bigler

Andy Waldmeier, Präsident des Militärsanitätsvereins Aarau, war am Maienzug vor Ort, musste aber nicht anpacken. Severin Bigler

Ein Sanitäter gibt Tipps, damit das Festwochenende nicht vorzeitig endet.

Was für ein Leben! Die Sommerferien stehen vor der Tür, die Sonne scheint und der ganze Kanton ist in Fest- und Feierlaune. Mittendrin: die Sanitäter. Sie helfen, wenn die Blasen an den Füssen platzen oder der Kreislauf der Hitze nicht standhält. Damit das Fest nicht auf dem Schragen im Sanitätszelt endet, hält Andy Waldmeier, der Präsident des Militärsanitätsvereins MSV Aarau, ein paar Tipps bereit:

Viel trinken. «Aber das Richtige», sagt Waldmeier. Er meint Wasser. Ganz auf Alkohol verzichten? «Ein Bierchen oder ein Glas Wein zum Essen geht schon», sagt er. «Einfach das Wasser nicht vergessen.» Von hartem Alkohol rät er ab. Dieser steigt zu schnell in den Kopf. Und dem Kopf sollte bei dem Wetter besonders Sorge getragen werden. Schattenplätze sind oft rar oder schon besetzt. «Wenn die Sonne so vom Himmel brennt, ist eine Kopfbedeckung ein Muss», sagt Waldmeier. Für die ultimative Abkühlung empfiehlt er, ein nasses Tuch in den Nacken oder auf den Kopf zu legen. Auch ein Schirm spendet Schatten: «Schirmfans müssen einfach wissen, dass sie sich in der Menschenmenge nicht unbedingt Freunde machen», sagt Waldmeier.

Füsse in Gefahr!

Wer sich mit oder ohne Schirm seinen Weg durch die verstopften Gassen bahnt, sollte auch an seine Füsse denken. «Obwohl es am Wochenende heiss ist, sind geschlossene Schuhe besser als Flip-Flops», sagt Waldmeier. Scherben, Kinderwagenräder, unvorsichtige Mitmenschen – die Liste potenzieller Gefahren für blutte Füsse ist lang; die Wunden nicht immer mit einem Pflästerli und Desinfektionsmittel versorgt.

An dieser Stelle noch ein Extra-Tipp von Sanitäter Waldmeier: «Neue Schuhe vor dem grossen Fest einlaufen oder dann vorsorglich Pflaster an die Füsse kleben.» Auch wenn die Schuhe im Laden doch so bequem waren – Blasen finden immer ein Plätzchen.

Ein Plätzchen beziehungsweise ein Versteck finden auch Wespen überall. Sie lieben, was wir lieben. Schwimmen in unseren Getränken, knabbern am Fleisch oder hocken auf dem Soft-Eis. Waldmeier rät: «Genau hinschauen, bevor man einen Schluck trinkt oder die Gabel in den Mund nimmt. Becher kann man auch mit einem Bierdeckel abdecken.» Vor allem für Menschen, die allergisch sind, sei ein Stich keine Bagatelle. «Sie sollten ihr Notfall-Set immer dabei haben.»

Ein Set für den Notfall haben auch die Sanitäter zur Hand. Neben Pflästerli, Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel und Gazen gehört an einem Wochenende wie diesem, mit Temperaturen über 30 Grad, auch ein Wasservorrat dazu. «Wir haben zudem ein paar Wassersprüher, um die Patienten abzukühlen», sagt Waldmeier. Wenn jemand überhitzt sei, müsse er sanft gekühlt werden: «Wir können ihm nicht einfach Wasser über den Kopf giessen.»

Wer zu Hause noch einen solchen Wassersprüher rumstehen hat, sollte ihn schleunigst füllen und in die Tasche packen. Neidische Blicke und viele neue Freunde sind einem damit sicher. Viel Spass beim Feiern! 

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