Bundesgelder

Der Aargau erhält für die Kinderbetreuung 4,5 Millionen Franken – er rechnete mit doppelt so viel

Der Kanton Aargau wird vom Bund in Sachen Kinderbetreuung mit 4,5 Millionen Franken unterstützt. (Symbolbild).

Der Kanton Aargau wird vom Bund in Sachen Kinderbetreuung mit 4,5 Millionen Franken unterstützt. (Symbolbild).

Weil die Subventionen für die Gemeinden im Jahr 2018/19 tiefer war, als subventioniert, reduzieren sich auch die Bundesgelder.

Der Bund will berufstätige Eltern finanziell entlasten. Dafür hat er 100 Millionen Franken zur Verfügung gestellt. Um Geld zu erhalten, müssen die Kantone ein Finanzhilfegesuch stellen. Bundesgelder fliessen nur, wenn der Kanton beziehungsweise die Gemeinden ihre Subventionen im Bereich der familienergänzenden Betreuung ebenfalls erhöhen.

Der Aargau hat im Sommer 2018 als erster Kanton ein Gesuch eingereicht. Ende 2018 wurde dieses provisorisch bewilligt. Basierend auf den Budgets aller 211 Gemeinden sollte der Aargau rund 8,5 Millionen Franken erhalten.

Nun ist klar, dass der Aargau während dreier Beitragsjahre nur halb so viel Geld erhält; nämlich rund 4,5 Millionen Franken. «Der Grund für die tiefere Finanzhilfe ist, dass die effektiv gewährten Subventionen im Schuljahr 2018/19 mehrheitlich tiefer ausfielen als von den Gemeinden budgetiert.

Als Folge davon reduzierte sich auch die Höhe des Bundesbeitrages», sagt Martin Allemann, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Fachstelle Alter und Familie. Dass die budgetierten Subventionen und die effektiv gewährten so weit auseinander liegen, liege unter anderem daran, dass viele Gemeinden ohne Erfahrungswerte budgetiert hätten.

«Viele hatten 2017 noch kein Reglement für die familienexterne Kinderbetreuung», sagt er. Die Gemeinden müssen das kantonale Kinderbetreuungsgesetz erst seit dem Schuljahr 2018/19 umsetzen und solche Angebote bereitstellen und mitfinanzieren.

60 Gemeinden erhalten kein Geld vom Bund

Für das erste Beitragsjahr (August 2018 bis Juli 2019) erhalten 151 Gemeinden insgesamt 1,9 Millionen Franken. Diese Gemeinden haben ihre Subventionen im Vergleich zum Jahr 2017 effektiv erhöht. 60 Gemeinden gehen vorerst leer aus.

Sie haben im Schuljahr 2018/19 entweder keine Subventionen gewährt (22 Gemeinden) oder ihre Subventionen im Vergleich zu 2017 reduziert (38 Gemeinden). Diese Gemeinden pauschal als nicht-familienfreundlich zu bezeichnen, wäre aber falsch, sagt Allemann.

Es gebe Gemeinden, die zwar Geld für die Kinderbetreuung budgetiert hätten, aber keine Anfragen von Eltern hatten. Gerade in jenen Gemeinden, in denen solche Betreuungsangebote noch neu seien, werde die Nachfrage möglicherweise noch zunehmen, sagt er.

Gewisse Dinge haben die Gemeinden aber durchaus selber in der Hand. Sie legen fest, welche Kriterien eine Familie erfüllen muss, damit sie Subventionen erhält. Einige unterstützen Eltern bis zu einem massgebenden Einkommen von 120000 Franken, andere bloss bis 80000 Franken. Ebenso entscheiden die Gemeinden, wie sie über die Subventionen informieren. «Es mag Familien geben, die schlicht nicht wissen, dass sie Subventionen beantragen können», sagt Allemann.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1