Coronavirus

Der Aargau hat sechs Covid-Patienten in andere Kantone verlegt – Lage bleibt «angespannt»

Die Patienten-Transfers geschahen aus «medizinischen Gründen». (Symbolbild)

Die Patienten-Transfers geschahen aus «medizinischen Gründen». (Symbolbild)

Das Departement Gesundheit und Soziales des Kantons Aargau schreibt in seinem wöchentlichen Situationsbericht, dass sechs Covid-Patienten in ausserkantonale Spitäler verlegt wurden. Derweil steigen die Fallzahlen wieder leicht an.

Bundesrat Alain Berset und das Bundesamt für Gesundheit sprechen an den Medienkonferenzen gerne von einer leichten Entspannung der Coronalage. Dabei wird ausgeblendet, dass in einigen Kantonen die Fallzahlen wieder steigen – etwa im Aargau. Das schreibt nun auch das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) im wöchentlichen Situationsbericht. Seit zehn Tagen sei eine leichte Tendenz nach oben festzustellen.

Die Todesfallzahlen steigen weiterhin an. Zusammengefasst urteilt das DGS:

Der weitere Verlauf betreffend die Fallzahlenentwicklung müsse ebenso beobachtet werden wie die Hospitalisierungen. Aktuell hätten die Spitäler noch Kapazitäten, doch das Monitoring sei sehr engmaschig.

Was im Bericht auffällt: Der Kanton Aargau verzeichnet seit dem 11. November sechs Patienten, die ausserhalb des Kantons hospitalisiert wurden. Warum? Das Departement für Gesundheit und Soziales kann diese Frage nur bedingt beantworten, lässt aber verlauten, dass es sich dabei um Covid-19-Patienten handelt. Diese sechs Personen sind aber nicht etwa aus Platznöten in Spitälern ausserhalb des Aargaus hospitalisiert worden, sondern aus «medizinischen Gründen», wie das DGS auf Anfrage mitteilt.

Wird es neue Massnahmen geben?

Derzeit ist der weitere Verlauf der Pandemie schwer prognostizierbar – nicht nur im Kanton Aargau. Das DGS schreibt in seinem Situationsbericht, dass die per 29. Oktober eingeführten Massnahmen bezüglich erweiterter Maskenpflicht, Personenbeschränkung bei Veranstaltungen, Sport und generellen Menschenansammlungen zwar Wirkung zeigten. Die weitere Fallzahlenabnahme könne aber ein temporäres Phänomen sein. Zur Sicherstellung der Durchhaltefähigkeit des Gesundheitswesens ist eine Fallzahlenabnahme in den nächsten Wochen notwendig. Sollte diese mittels aktueller Massnahmen nicht erreicht werden, könnten zusätzliche Massnahmen in Erwägung gezogen werden.

Die jüngste verstorbene Person war 61 Jahre alt

Gegenüber der Vorwoche haben die Fallzahlen wieder leicht zugenommen. Sie stiegen von 2052 Fällen auf 2284 Fälle an, was eine Steigerung von 11 Prozent bedeutet. Um 23 Prozent zurückgegangen (von 31 auf 24) sind die gemeldeten Todesfälle. Hierbei handelt es sich allerdings um vorläufige Zahlen, der Kanton meldet fast immer Fälle nach. Die jüngste Person, die in der laufenden Woche an oder mit dem Coronavirus verstorben ist, war 61 Jahre alt, die älteste 98 Jahre. Der Altersdurchschnitt der 24 verstorbenen Personen beträgt 83,8 Jahre (Vorwoche 84,7).

Statistik zu den Todesfällen im Kanton Aargau.

Statistik zu den Todesfällen im Kanton Aargau.

Weiterhin sterben die meisten Menschen, die an einer Corona-Erkrankung leiden, im Spital oder in einem Altersheim. Von den 24 an oder mit dem Coronavirus verstorbenen Personen sind 17 in einem Spital gestorben. 15 davon hatten Covid-19 als Begleiterkrankung.

Die Situation in den Spitälern

In den Spitälern präsentiert sich in der laufenden Woche ein ähnliches Bild wie eine Woche zuvor. Während am Freitag 135 Personen mit einer Covid-19-Erkrankungen in einem Aargauer Spital liegen, waren es vor Wochenfrist 131. Die Anzahl der Patienten, die ein Intensivbett beanspruchen, hat sich minimal gesenkt (von 32 auf 31). 23 dieser Patienten müssen beatmet werden.

Meistgesehen

Artboard 1