SP Aargau
Der aktuelle und ein ehemaliger Präsident ehren Urs Hofmann

Geschenke für den ehemaligen Regierungsrat, Ausblick auf die Legislatur und Parolen: Das war der erste Parteitag der SP Aargau in diesem Jahr.

Eva Berger
Merken
Drucken
Teilen
Urs Hofmann war 39 Jahre lang in der Politik aktiv. Dafür hat ihn seine Partei am Donnerstagabend geehrt.

Urs Hofmann war 39 Jahre lang in der Politik aktiv. Dafür hat ihn seine Partei am Donnerstagabend geehrt.

Colin Frei

Urs Hofmann zu Ehren wäre eigentlich ein grosses Fest im Aarauer «Kiff» geplant gewesen. Coronabedingt verabschiedeten die Sozialdemokraten ihren ehemaligen Regierungsrat stattdessen an ihrem ausserordentlichen Parteitag aus der aktiven Politik. Dieser wurde gestern Donnerstagabend online durchgeführt, nur ein kleiner Kreis traf sich unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen im Bullingerhaus in Aarau. Denn zumindest die Geschenke wollte Parteipräsidentin Gabriela Suter persönlich überreichen. Urs Hofmann erhielt einen Apfelbaum, der einst rote Äpfel tragen soll, sowie eine Schachtel mit Erinnerungsstücken, Fotos und Glückwünschen von den Mitgliedern.

Beliebt und unterstützt

Was Hofmann in 39 Jahren Politik geleistet hat, würdigten die Gastredner: Die ehemalige Aarauer Stadtpräsidentin Jolanda Urech, Hofmanns Weggefährte und SP-Schweiz-Präsident 2004-2008 Hans-Jürg Fehr und der jetzige SP-Co-Präsident Cédric Wermuth. Mit Urs Hofmann sei eine der grössten Persönlichkeiten der SP-Aargau-Geschichte zurückgetreten, sagte letzterer. Sein Rückhalt in der gesamten Aarauer Bevölkerung sei einmalig gewesen, meinte Jolanda Urech, "er kann es einfach mit den Leuten", sagte Hans-Jürg Fehr. Dieser äusserte auch leise Zweifel an der Endgültigkeit von Hofmanns Rücktritt. "Wahrscheinlich" ziehe er sich aus der Politik zurück, tönte er an.

Hofmann bleibt SP-Mitglied

Tatsächlich bleibt Urs Hofmann der SP Aargau erhalten - er freue sich aber darauf, jetzt als "normales" Parteimitglied mitzuwirken und den Kanton im Sinne der Sozialdemokraten voranzubringen, sagte er in seiner Dankensrede.

Hans-Jürg Fehr, ehemaliger SP-Schweiz-Präsident, ehrt Urs Hofmann am SP-online-Parteitag

Hans-Jürg Fehr, ehemaliger SP-Schweiz-Präsident, ehrt Urs Hofmann am SP-online-Parteitag

Aargauer Zeitung

Urs Hofmanns Nachfolger im Regierungsrat, Dieter Egli, blickte auf die nächste Legislatur der Regierung. Was diese bringe, sei angesichts der Coronakrise schwierig zu sagen, meinte er. Das Hauptziel müsse sein, aus der Krise zu finden. Und gehe es nach ihm, sei die Politik des Regierungsrats in dieser Legislatur sozial. Das ist auch das Ziel der Grossratsfraktion in der neuen Legislatur, auch deren Spitze wurde neu besetzt: Colette Basler übernahm das Co-Präsidium von Egli und leitet die Fraktion mit Claudia Rohrer.

Rückblick auf letzte Wahlen "sehr durchzogen"

Parteipräsidentin Suters Rückblick auf die kantonalen Wahlen vom letzten Oktober war "sehr durchzogen", wie sie sagte. Zwar konnte die SP ihren Regierungsratssitz verteidigen, bei den Grossratswahlen verlor sie aber vier Sitze. "Daran Schuld ist die Grüne Welle", so Suter, Analysen und Gespräche mit den Bezirksparteien hätte ergeben, dass die SP vor allem an die Grünen und die GLP Wählerstimmen verloren habe. "Zum Glück sind sie nicht ans bürgerliche Lager gegangen", so Suter, insgesamt sei die Linke sogar noch gestärkt worden.

Die sechs nicht mehr angetretenen oder nicht wieder gewählten Grossrätinnen und Grossräte wurden von Suter verdankt.

Drei Mal Nein im März

Schliesslich fassten die SP-Mitglieder die Parolen für die Abstimmungen vom März. Sie sagen Nein zum Burka-Verbot und zur Einführung der E-ID. Und entgegen der Geschäftsleitung, die Stimmfreigabe empfahl, sagt die Basis ebenfalls Nein zum Freihandelsabkommen mit Indonesien.