Regierungsrat Aargau
Der Bergler will auf den politischen Gipfel

Ein Jahr hat der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) als Grossratspräsident politische Kantonsluft geschnuppert. Jetzt will der bald 50-jährige Jurist, Anwalt und Vollblutpolitiker auf die nächste Staatsebene wechseln, er bewirbt sich um die Wahl zum Regierungsrat. Die Aargauer wählen am 23. Oktober einen Nachfolger für Roland Brogli (CVP).

Dieter Minder
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Symbolhafter Blick in die Zukunft: Grossratspräsident Markus Dieth bei der Eröffnung der Olma 2015.Sandra Ardizzone

Symbolhafter Blick in die Zukunft: Grossratspräsident Markus Dieth bei der Eröffnung der Olma 2015.Sandra Ardizzone

Sandra Ardizzone

Ein Jahr hat der Wettinger Gemeindeammann Markus Dieth (CVP) als Grossratspräsident politische Kantonsluft geschnuppert. Jetzt will der bald 50-jährige Jurist, Anwalt und Vollblutpolitiker auf die nächste Staatsebene wechseln, er bewirbt sich um die Wahl zum Regierungsrat. Die Aargauer wählen am 23. Oktober einen Nachfolger für Roland Brogli (CVP).

Herr Dieth, was sagen Ihre Frau und Ihre beiden Töchter zur Kandidatur?

Markus Dieth: Meine Frau Désirée und die Töchter Ariane und Viviane stehen hinter mir. Was die Abwesenheiten anbelangt, konnten sie im Grossratspräsidentenjahr schon etwas üben. Wichtig ist, dass wir die Zeit als Familie intensiv zusammen verbringen, darin haben wir langjährige Übung und Erfahrung.

Sie haben sich bei der CVP Aargau für die Nomination angemeldet, aber Sie dürften die Wahl im Sack haben?

In der Politik hat man nie etwas im Sack, das Volk entscheidet. Deshalb mache ich auch keine Wahlprognosen. Jetzt habe ich mich bei der Findungskommission der Partei angemeldet. Nun beginnt der demokratische Nominationsprozess.

Was werden Sie in der Regierung besser machen als die heutige Regierung?

Die Regierung arbeitet sehr gut, man spürt, dass sie gerne regiert und das ist sehr wichtig. Roland Brogli hat den Kanton mit seiner verantwortungsvollen Politik und Finanzerfahrung zusammen mit seiner Regierungskollegin und den Regierungskollegen weiter gebraucht.

Wo sehen Sie sich in der CVP, auch in Bezug zum neuen Parteipräsidenten?

Ich bin ein Sachpolitiker, die oft vorherrschende Polarisierungspolitik mag ich nicht. Gerhard Pfister erachte ich als geeigneten Präsidiumskandidaten, ich erlebe ihn als klar, sachlich, menschlichund konsequent. Insofern ist er mir ähnlich.

Was hat sich während Ihrer Zeit in Wettingen geändert?

Ich glaube, wir sind eine moderne Gemeinde geworden. Wir haben die Infrastrukturanlagen auf Vordermann gebracht. Das Bahnhofareal, die untere Landstrasse und das Tägi sind Projekte, die entwickelt werden oder auf der Zielgeraden sind.

Seit rund 15 Jahren machen Sie sich primär für Gemeinden stark. Ein Frontenwechsel?

Nein, es darf und soll keine Fronten
geben. Der Kanton muss sehr vorsichtig mit allen einzelnen Bedürfnissen und den Regionen umgehen. Der Aargau weist einen ausgewogenen Branchenmix aus. Zwei Drittel aller Arbeitnehmer sind in einem kleinen oder mittleren Unternehmen tätig. Die Aargauer Unternehmen und Branchen sind sehr diversifiziert, das macht uns robust gegen konjunkturelle Schwächen einzelner Branchen.

Im Planungsverband Baden Regio haben Sie sich vor allem den Kreis 2 mit Bergdietikon, Killwangen, Neuenhof, Spreitenbach, Wettingen und Würenlos stark gemacht. Ist das eine Art Modellpolitik für den Aargau?

Ich denke schon. Den Tatbeweis haben wir mit der Regionalpolizei, dem Zivil- und Bevölkerungsschutz erbracht.

Sie dürften Stephan Attiger in der Regierung wieder begegnen. Werden Sie mit ihm wieder zu einem starken durch Freundschaft verbundenen Duo, wie sie es waren, als er Stadtammann war?

Er hat am Samstagmorgen bereits freundschaftlich auf den az-Artikel zu meiner Bewerbung reagiert. Wir arbeiten sehr gut zusammen, Attiger hat mit Baden, wie ich eine grosse Gemeinde geführt. Das ist für ein politisches Amt im Kanton wohl immer von Vorteil.

Sie sind aus Davos, wie sind Sie in den Aargau gekommen?

Meine Mutter ist in Mellingen aufgewachsen und ihre Schwester wohnte in Wettingen. Als kleiner Bub war ich jeden Sommer bei meiner Tante und meinem Götti in Wettingen in den Ferien. Wettingen und den Aargau kenne ich somit bald 50 Jahre. Meine Frau Désirée und ich hatten unseren ersten Wohnsitz beim Grossvater in Mellingen.

Wird der Aargau vom Bündner profitieren?

Bergler haben Ecken und Kanten, sind aber greifbar und begreifbar. Die Ziele, die wir vor Augen haben, wollen wir wie Berge erklimmen.

Wie sind Sie mit Davos verbunden?

Wie meine Frau Désirée bin ich in Davos aufgewachsen und habe meine Schulen besucht. Als 17-jähriger war ich DJ im Jugendclub und hier lernte ich Désirée kennen.