Volksschule

Der Widerstand gegen die Lohnerhöhung für Aargauer Lehrpersonen wächst

Gegen die Lohnerhöhung für Lehrpersonen regt sich Widerstand. (Symbolbild)

Gegen die Lohnerhöhung für Lehrpersonen regt sich Widerstand. (Symbolbild)

Im Kanton Aargau fordert nach der SVP auch der Gewerbeverband einen Verzicht auf das geplante neue Lohnsystem für Lehrpersonen mit Mehrkosten von 69 Millionen Franken. Der Gewerbeverband befürchtet Folgen auf die Löhne der Staatsangestellten und der Angestellten der Privatwirtschaft.

Die vom Regierungsrat vorgeschlagene Lohnerhöhung setze angesichts der drohenden Rezession «ein falsches Signal», teilte der Aargauische Gewerbeverband (AGV) am Dienstag mit. Während unzählige Angestellte um ihren Job fürchteten, befänden sich Lehrer und Lehrerinnen in einer privilegierten Position ohne solche Sorgen.

Entgegen vieler Behauptungen sei das Lohnsystem des Aargaus «absolut wettbewerbsfähig». Vor allem der Nachbarkanton Zürich übertreffe den Aargau. Dies sei in allen Berufsgattungen der Fall, hält der AGV fest. Da in Zürich die Lebenshaltungskosten höher ausfielen, relativierten sich die Lohnunterschiede zu Nachbarkantonen.

SVP ist gegen ihren Bildungsdirektor

Widerstand zu den Plänen des Regierungsrats hatte bereits die SVP angekündigt. Es sei «nicht die Zeit für Geschenke», teilte die SVP mit Blick auf die Corona-Pandemie mit.

Die Revision sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht umsetzbar und müsse sistiert werden. In der Rezession gewinne der sichere Lehrerberuf automatisch an Attraktivität, und die Konkurrenzsituation entschärfe sich. Der Regierungsrat solle eine kostenneutrale Vorlage ausarbeiten.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) hatte im September die Vorlage zur Revision des Lohnsystems für alle Lehrpersonen und für die Schulleitungen dem Parlament zugestellt. Der Regierungsrat will die Löhne im Vergleich zu anderen Kantonen wettbewerbsfähig machen. Der Grosse Rat wird über die Vorlage entscheiden.

FDP wartet ab, CVP und SP für Lohnreform

Noch nicht festgelegt hat sich die FDP. Sie anerkennt nach eigenen Angaben den «Handlungsbedarf beim Lohnsystem». Der zusätzliche Finanzbedarf müsse jedoch im Hinblick auf die vom Regierungsrat angekündigte, gesamtheitliche finanzpolitische Auslegeordnung beurteilt werden.

CVP und SP stehen hinter der Lohnreform. Man sei überzeugt, dass der Aargau mit der Reform die Wettbewerbsfähigkeit verbessern könne. Die mangelnde finanzielle Konkurrenzfähigkeit gegenüber den Nachbarkantonen habe «ein nicht mehr tragbares Mass» angenommen.

Gemäss SP müssen die Löhne für die Lehrpersonen «endlich wettbewerbsfähig» sein. Seit Jahren warne man vor der Abwanderung von Lehrpersonen in andere Kantone, weil der Aargau immer mehr an Attraktivität verliere. Der Arbeitsweg alleine sei schon lange kein Argument mehr, um im eigenen Kanton unterrichten zu wollen. Die Lohnreform sei «dringend angezeigt».

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