Wildtiere gesichtet
Der Wolf ist nicht allein: Diese Wildtiere sind schon im Aargau – oder kommen noch

Nicht nur der Wolf taucht im Kanton auf – auch andere Wildtiere wurden schon gesichtet. Bei einigen wird erwartet, dass sie demnächst durch die Aargauer Wälder streifen werden.

Mathias Küng
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Neben dem Wolf wurden auch schon Waschbären im Kanton gesichtet (unten rechts). Die Wildkatze (oben rechts) wandert aus dem Jura ein.

Neben dem Wolf wurden auch schon Waschbären im Kanton gesichtet (unten rechts). Die Wildkatze (oben rechts) wandert aus dem Jura ein.

AZ-Fotomontage

Ist schon da: Waschbär-Beobachtungen im ganzen Kanton

Putziger Anblick: ein Waschbär.

Putziger Anblick: ein Waschbär.

zvg

In der Schweiz ist der Waschbär zwar noch selten. Es gibt aber schon viele Meldungen über ihn, auch aus dem Aargau. 2017 und 2018 wurde im Aargau je ein tot gefundener Waschbär gemeldet, 2016 wurde einer geschossen. Er gehört zur amerikanischen Raubtierfamilie der Kleinbären, hat einen ausgeprägten Tastsinn und befühlt seine Nahrung ausgiebig mit den Vorderpfoten. Daher sein Name. Das nachtaktive Tier ist ein guter Schwimmer und Kletterer. In Europa wurde es des Pelzes wegen gezüchtet. Einzeltiere entkamen oder wurden ausgesetzt. Wie sich der Waschbär auf die heimische Fauna auswirkt, ist laut Meldestelle Kora noch unklar. Daher sei er in der Schweiz eine jagdbare Art ohne Schonzeit.

Ist schon da: Meldungen zu Marderhund vorab aus dem Ostaargau

Marderhund auf dem Bözberg im Jahr 2015.

Marderhund auf dem Bözberg im Jahr 2015.

zvg

Einen Marderhund zu sehen, hat absoluten Seltenheitswert. Er hat den Weg in den Aargau aber gefunden. Die Hälfte der etwas über einem Dutzend bestätigten Sichtungen in der Schweiz kommt aus dem Ostaargau. Das zeigt die Karte der nationalen Koordinationsstelle für Grossraubtiere (Kora). Es ist kein Zufall, dass der erste sichere Marderhund-Nachweis in der Schweiz im September 1997 bei Leuggern erfolgte. 2015 wurde dann ein Tier auf dem Bözberg (siehe Bild oben) fotografiert. Der Marderhund stammt aus den Populationen Deutschlands. Diese gehen auf direkte Aussetzungen und Zuwanderung aus Mittel-Ost-Europa zurück. Fortpflanzungsnachweise für die Schweiz hat die Kora bisher nicht.

Wandert ein: Die Wildkatze kommt von Westen her über den Jura

Im Jurabogen schon stark verbreitet: Die Wildkatze.

Im Jurabogen schon stark verbreitet: Die Wildkatze.

Kora

Die Wildkatze kommt in der Schweiz nur im Jura vor. Jahrzehntelang galt sie als praktisch ausgestorben. Doch in den vergangenen 20 Jahren erlebt die Waldkatze – wie die europäische Unterart auch genannt wird – laut Kora eine Renaissance. Dies wohl ausgehend von den Populationen im angrenzenden Frankreich. Die Waldkatze ist angepasst an kalte Winter, aber empfindlich auf eine geschlossene Schneedecke, die sie beim Jagen von Mäusen behindert. Typische Merkmale sind der buschige, schwarz gebänderte Schwanz, die Fellfarbe und die verwaschene Fellzeichnung. Im Kanton Solothurn gibt es schon zahlreiche Nachweise, im Aargau erst vereinzelt im Nordwesten des Kantons.

Wird erwartet: Es nur eine Frage der Zeit, bis der erste Goldschakal auftaucht

Das Fell dieses Goldschakals macht dem Namen des Tiers alle Ehre.

Das Fell dieses Goldschakals macht dem Namen des Tiers alle Ehre.

shutterstock

Der Goldschakal gelangt laut Kora seit den 1980er-Jahren über Ungarn, Kroa-tien und Slowenien nach Österreich und Italien. In der Schweiz gibt es Einzelmeldungen aus Graubünden, der Innerschweiz und dem Grenzgebiet Bern/Waadt/Freiburg. In seiner Grösse steht der Goldschakal zwischen Wolf und Fuchs. Der Wolf gehört zu seinen Feinden, dem Fuchs macht er Konkurrenz: Fuchs und Goldschakal sind als Allesfresser Nahrungskonkurrenten. Schakale leben in lebenslan-ger Treue zusammen. Der Goldscha-
kal wurde nicht vom Menschen in ein anderes Gebiet gebracht, profitiert aber vom Fehlen des Wolfes und der Klimaerwärmung. Er weitet sein Verbreitungsgebiet in Folge steigender Temperaturen nach Mitteleuropa aus. Wenn ein erster Goldschakal im Aargau auftaucht, wird das kantonale Konzept zum Umgang mit Grossraubtieren auch auf ihn angewendet.

Lesen Sie hier das kantonale Konzept zum Umgang mit Grossraubtieren:

BVU

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