«Die Stärken der Altstädte als gemeinsamen Aargauer Standortfaktor weiterentwickeln, vom Wissen und den Erfahrungen aller profitieren, die Entwicklung gemeinsam angehen, das wird zu Resultaten führen.» Dies sagte alt Regierungsrat Peter C. Beyeler nach seiner Wahl zum Vorstandspräsidenten der IG Aargauer Altstädte. Der Verein, der alle 13 Aargauer Städte mit historischem Stadtkern vernetzt, ist am Mittwoch in Lenzburg gegründet worden.

«Die Aargauer Altstädte haben viel Charme und sind identitätsstiftend», sagte Oliver Bachmann, Projektleiter bei Aargau Services, als er die Gründungsversammlung im Hotel Lenzburg eröffnete. Die Altstädte stehen aber auch vor speziellen Problemen.

Die Läden ziehen weg, die Nachfrage nach Wohnen nimmt ab. Das grösste Problem, das sich insbesondere den kleinen Altstädten stellt, vielmehr stellte, denn vielerorts ist der Zug abgefahren, ist der Abfluss von Kaufkraft in die Einkaufszentren. Und wenn die Läden in den Erdgeschossen dicht machen, fällt mit dem Hauptmietertrag ein wichtiger Teil der Rendite der Häuser weg.

Von Aarau bis Zofingen

Eine Arbeitsgruppe um Marcel Suter, bis vor kurzem Präsident der Aarauer Detaillistenvereinigung Zentrum, und Oliver Bachmann ergriff deshalb vor gut einem Jahr die Initiative, die nun zur Gründung der IG Aargauer Altstädte führte. Von Aarburg und Aarau bis Zofingen, von Bad Zurzach bis Laufenburg und Mellingen, alle 13 Städte wollen die Herausforderungen ihrer speziellen Stadtquartiere gemeinsam angehen.

Nebst Peter C. Beyeler und Peter Andres gehören dem Vorstand an: Brigitte Albisser, Leiterin Stadtmarketing Zofingen, Kurt Schneider, Stadtplaner von Aarau, sowie die genannten Marcel Suter und Oliver Bachmann. Vereinsmitglieder sind die Einwohnergemeinden mit ihren Vertretern.

Neue Ideen zu entwickeln, sei in Zeiten des Sparens nicht einfach, sagte Vereinspräsident Beyeler. «Doch», fuhr er fort, «wer durch das Sparen seine Chancen verpasst, weil er glaubt, kein Geld zu haben, um Ideen für die Zukunft zu entwickeln, hat ein böses Erwachen.» Verpasste Chancen zu kompensieren, brauche unvergleichbar mehr Aufwand und Geld.

«Die Gründung der IG kommt zum richtigen Zeitpunkt», ist Franziska Möhl-Wey, Vizeammann der Stadt Lenzburg, überzeugt. Gerade jetzt würden in vielen Gemeinden die Bau- und Nutzungsordnungen revidiert. Welche Nutzungen sollen in den historischen Stadtzentren möglich sein? Um solche Fragen zu lösen, vertraut auch Möhl-Wey auf den grossen gemeinsamen Erfahrungsschatz. Und: «Gemeinsam haben wir mehr Einfluss.»