Wahlen

Die Aargauer Juso will Einfluss nehmen – Kandidaturen für den Regierungsrat sind noch nicht bekannt

Bei den Regierungsratswahlen 2016 traten mit Mia Gujer, Mia Jenni und Ariane Müller auch drei Frauen der Juso Aargau an. Sie waren chancenlos, das beste Resultat machte noch die damalige Juso-Präsidentin Mia ­Gujer, die es im ersten Wahlgang auf den elften Platz schaffte. Dass die Kandidaturen wenig erfolgversprechend sein würden, sei keine Überraschung gewesen, sagt Gujer. Die Juso wollte mit den drei Kandidatinnen die Frauen sichtbarer machen und den Druck für die Wahl einer Regierungsrätin erhöhen.

Mia Gujer hat bei der Juso kein offizielles Amt mehr, ist aber Vize-Präsidentin der SP Frauen Aargau. Und sie hat heute das gleiche Ziel wie 2016: Es soll wieder eine Frau in den Regierungsrat gewählt werden. «Die jetzige Situation, mit einer reinen Männerregierung, bestätigt uns darin, dass wir vor vier Jahren den Fokus richtig gelegt haben», sagt sie. Sie selber werde mit «hoher Wahrscheinlichkeit» in diesem Jahr zwar nicht für den Regierungsrat kandidieren. Mia Gujer weiss aber: Die Motivation bei den Jungsozialistinnen und Jungsozialisten, bei den Gesamterneuerungswahlen wieder Einfluss zu nehmen, ist da. «Noch aber haben wir genug Zeit, um abzuwarten, wie sich das Kandidierendenfeld entwickelt und eine Strategie festzulegen», so Gujer. Deshalb halte man sich diesbezüglich noch etwas bedeckt. Lara Hitz, Co-­Präsidentin der Juso, war für die AZ für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Für Mia Jenni, Zwölftplatzierte bei den Wahlen 2016, ist zentral, dass eine «linke, kompetente Frau» in den Wahlkampf für den Regierungsrat steigt, denn diese gebe es im Aargau zu genüge. Sie selber werde das aber auch nicht sein. «Es geht mir nicht darum, mich zu präsentieren», sagt sie, appelliert aber an alle Parteien, Frauenkandidaturen zu unterstützen. «Es kann nicht sein, dass sich nur Männer dazu berufen fühlen, Teil der Regierung zu sein», so Jenni. Deshalb müssten Frauen gefördert und für die Politik motiviert werden. Mia Jenni hatte im letzten Jahr für das Juso-Schweiz-Präsidium kandidiert und unterlag dabei der Baselbieterin Ronja Jansen knapp. Derzeit läuft ihre Bewerbung als Mitglied der Juso-­Geschäftsleitung.

Die SP Aargau wird ihre Kandidatin oder ihren Kandidaten Ende April nominieren. Bis zum 15. März sind die Bezirksparteien gebeten, Vorschläge zu machen. Bisher hat einzig Grossrat Marco Hardmeier sein Interesse an der Kandidatur für den durch den Rücktritt von Urs Hofmann frei werdenden Sitz angekündigt. Das wurde von den SP Frauen Aargau kritisiert – weil sie eine Kandidatin wünschen.

Als mögliche Kandidatinnen werden derzeit Parteipräsidentin und ­Nationalrätin Gabriela Suter sowie die Grossrätinnen Simona Brizzi und ­Colette Basler genannt. Die letztjährige Kandidatin der Sozialdemokraten, Nationalrätin Yvonne Feri, tritt nicht wieder an. Die Findungskommission steht unter der Leitung der Zürcher ­Regierungsrätin Jacqueline Fehr.

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