Kantonaler Finanzausgleich
Diese zehn reichsten Gemeinden unterstützen die ärmsten Aargauer Ortschaften finanziell am meisten

Wohlhabende Gemeinden unterstützen weniger gut situierte Gemeinden durch den Finanzausgleich. Die jährliche Auswertung des Kantons zeigt dabei, welche Gemeinden davon am meisten betroffen sind – auf der Geber- und Nehmerseite.

Kevin Capellini
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Aargauer Finanzausgleich 2020 - Wer wie viel gibt bekommt

Aargauer Finanzausgleich 2020 - Wer wie viel gibt bekommt

Foto: Alex Spichale; Montage: Elia Diehl

Im kommenden Jahr werden im Kanton Aargau rund 90 Millionen Franken an Beiträgen für den kantonalen Finanzausgleich ausgezahlt. Total erhalten 140 Gemeinden Ausgleichszahlungen und profitieren also vom Umlageverfahren.

In den Topf zahlen rund 70 Gemeinden ein und leisten so Abgaben in der Höhe von 62 Millionen Franken. In unserer Auflistung finden Sie zehn Gemeinden, welche die höchsten Beiträge im Finanzausgleich leisten.

Die grössten Zahler:

  • Baden 10,421 Millionen Franken
  • Aarau 7,067 Millionen Franken
  • Kaiseraugust 3,364 Millionen Franken
  • Rheinfelden 2,772 Millionen Franken
  • Oberwil-Lieli 2,646 Millionen Franken
  • Ennetbaden 1,949 Millionen Franken
  • Oberrohrdorf 1,766 Millionen Franken
  • Widen 1,710 Millionen Franken
  • Meisterschwanden 1,679 Millionen Franken
  • Brugg 1,573 Millionen Franken

Anhand dieser Beiträge legt der Kanton dann fest, welche der weniger gut situierten Gemeinden Anspruch auf Geld aus dem Topf hat und legt so dann auch die Beiträge fest, die ausbezahlt werden.

Da «nur» 62 Millionen von den Gemeinden einbezahlt, rund 90 Millionen Franken aber wieder ausbezahlt werden, gleicht der Kanton Aargau die Differenz von 28 Millionen Franken selber mit Zahlungen an die Gemeinden aus.

Die grössten Empfänger:

  • Spreitenbach 5,004 Millionen Franken
  • Neuenhof 4,675 Millionen Franken
  • Aarburg 4,556 Millionen Franken
  • Reinach 4,479 Millionen Franken
  • Wohlen 4,453 Millionen Franken
  • Menziken 3,986 Millionen Franken
  • Birr 2,629 Millionen Franken
  • Oberentfelden 2,542 Millionen Franken
  • Oftringen 2,519 Millionen Franken
  • Suhr 2,490 Millionen Franken

Mit diesen Geldern sollen so die Haushalte der weniger vermögenden Gemeinden ausgeglichen werden. Doch auch dies reicht teilweise nicht aus, da Gemeinde-Budgets in Schieflage zu geraten drohen. Diverse Gemeinden haben daher Ergänzungszahlungen beantragt.

Mehrere Gesuche wurden vom Kanton abgelehnt, zehn Aargauer Gemeinden erhalten jedoch zusätzlich zu den ausgezahlten Finanzausgleich-Beiträgen nun noch zusätzliche Ergänzungsbeiträge.

Die Zusatzleistungs-Empfänger:

  • Burg (190'000 Franken)
  • Full-Reuenthal (76'000 Franken)
  • Hallwil (288'000 Franken)
  • Kirchleerau (236'000 Franken)
  • Mellikon (138'000 Franken)
  • Schlossrued (301'000 Franken)
  • Schwaderloch (96'000 Franken)
  • Tägerig (117'000 Franken)
  • Teufenthal (134'000 Franken)
  • Ueken (103'000 Franken)

Wissenswertes: So funktioniert der kantonale Finanzausgleich

Der Finanzausgleich setzt sich aus Ressourcenausgleich (Finanzkraft der Gemeinde) und Lastenausgleich (überdurchschnittliche Lasten aufgrund höherer Anzahl Schülerinnen und Schüler, Sozialausgaben, räumlich-strukturelle Gegebenheiten) zusammen. Gemeinden mit unterdurchschnittlicher Finanzkraft erhalten Beiträge aus dem Ressourcenausgleich, während Gemeinden mit überdurchschnittlicher Finanzkraft einzahlen. Gemeinden, die einen Steuerkraftausgleich erhalten und trotzdem den minimalen Normsteuerertrag nicht erreichen, haben zudem Anspruch auf Mindestausstattungsbeiträge. (kg)