Digitalisierung

«Digitale Identität»: die gleiche Mail-Adresse vom Kindergarten bis zur Uni

Auch der Aargau soll das System der Digitalisierung an Schulen thematisieren, sagt Grossrätin Simona Brizzi.

Auch der Aargau soll das System der Digitalisierung an Schulen thematisieren, sagt Grossrätin Simona Brizzi.

«Edulog» koordiniert die Digitalisierung an den Schulen. Auch der Aargau soll das System thematisieren, sagt Grossrätin Simona Brizzi.

Ohne das Internet geht an den Schulen längst nichts mehr. Aber systematisch koordiniert ist das digitale Leben auch an Aargauer Schulen noch nicht. Das wird derzeit schmerzlich klar. Zwar stecken die Aargauer Schulen mitten in der digitalen Transformation, so weit, dass der Unterricht über das Internet stattfinden könnte, sind sie aber noch nicht.

Die Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) will, unabhängig von der Corona-Krise, mehr Einheitlichkeit. 2018 hat sie sich auf die Ziele einer nationalen Digitalisierungsstrategie für das Bildungswesen geeinigt. Eine der ersten lancierten Massnahmen ist das System Edulog. Das steht für «Föderation der Identitätsdienste im Bildungsraum Schweiz» und ist viel weniger kompliziert, als es klingt. Grundsätzlich geht es darum, dass ein Kind eine digitale Identität für die gesamte Ausbildungslaufbahn erhält. In sechs Kantonen wird Edulog ab Sommer getestet oder ist derzeit in Vorbereitung. Der Aargau gehört nicht dazu. Die Schulen und Gemeinden entscheiden selber, wie sie das digitale Leben gestalten.

Ein einheitliches System würde Entlastung bringen

Doch Grossrätin Simona Brizzi (SP) kann sich gut vorstellen, das System auch hier einzuführen. Sie hat in der letzten Sitzung des Grossen Rats eine Interpellation eingereicht und will vom Regierungsrat wissen, welche Standards für die digitale Identität heute auf kantonaler Ebene gelten, was die Einführung von Edulog kosten würde, aber auch, welche Vor- und Nachteile das Departement Bildung, Kultur und Sport (BKS) bei Edulog erkennt und welche Schlussfolgerungen es daraus zieht.

«Die Gesellschaft ist mobiler geworden. In der Bildung können digitale Identitätslösungen der Kantone national zusammengeführt werden. Erklärtes Ziel ist die Durchlässigkeit und Mobilität über die Kantone hinweg vom Kindergarten bis zum Lehr- oder Mittelschulabschluss oder sogar bis in die Tertiärstufe», begründet Brizzi ihren Vorstoss. Die Herausforderungen und Auswirkungen auf die Schulen seien mit den neuen Medien sehr gross, ein einheitliches System würde massive Entlastung bringen, ist die Grossrätin überzeugt. Die sofortige Einführung von Edulog fordern will sie aber nicht. «Beim Datenschutz und den rechtlichen Grundlagen stellen sich noch Fragen. Diese müssen zuerst geklärt werden.»

Sicher ist ihr die breite Unterstützung im Grossen Rat. Die Interpellation wurde von 56 Mitgliedern von SVP bis SP mitunterschrieben. Und auch vom BKS erwartet Brizzi keinen grundsätzlichen Widerstand: «Mir wurde signalisiert, dass die digitale Identität an den Aargauer Schulen durchaus ein Thema ist.» (eva)

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