Coronavirus

Dritter Todesfall im Aargau – Kanton lanciert Freiwilligenplattform

Der Bedarf an medizinischen Fachpersonen ist weiterhin gross und wird steigen

Der Bedarf an medizinischen Fachpersonen ist weiterhin gross und wird steigen

Ein 83-jähriger Patient aus dem Kanton Aargau ist an den Folgen des Coronavirus gestorben. Es ist der dritte Todesfall im Aargau. Alle Verstorbenen waren über 80 Jahre alt. Insgesamt liegen 364 bestätigte Coronafälle vor (Stand Freitagnachmittag). Das sind 15 mehr als am Donnerstag. 50 Personen sind im Spital. 12 von ihnen werden auf der Intensivstation behandelt, davon müssen 10 künstlich beatmet werden. Die Zahlen würden weiterhin steigen, sagte Dieter Wicki, Leiter des kantonalen Bevölkerungsschutzes, am telefonischen Point de Presse am Freitagnachmittag. Der Aargau sei aber erstaunlicherweise im Vergleich zu anderen Kantonen immer noch deutlich weniger stark betroffen. «Die Zahlen steigen nicht so stark, wie wir in unseren Worst-Case-Szenarien berechnet haben», sagte Wicki. Das Ziel sei nach wie vor, dafür zu sorgen, dass es nicht zu einer Überlastung des Aargauer Gesundheitswesens komme. Dafür brauche es weiterhin die Mithilfe der Bevölkerung.

Der koordinierte Sanitätsdienst habe dem Kanton Aargau sieben Geräte zugesprochen, informierte Wicki. Diese habe man in der Armeeapotheke abgeholt und werde sie so rasch wie möglich an die Spitäler verteilen.

Medizinische Fachpersonen für das Gesundheitswesen gesucht

Der Bedarf an medizinischen Fachpersonen sei weiterhin gross und werde steigen, so der Katastrophenschützer. Der Kanton hat deshalb eine Freiwilligenplattform (www.ag.ch/helfen) eingerichtet, um Menschen und Organisationen, die Hilfe anbieten oder benötigen, zusammenzuführen. Einen besonderen Schwerpunkt der Plattform bildet das Freiwilligenmanagement im Gesundheitswesen und beim Bevölkerungsschutz. Personen, die sich in diesen Bereichen engagieren wollen, können ihre Angaben inklusive Qualifi- kationen über ein Online-Formular an den Kanton senden. Der Kantonale Führungsstab sichte die Hilfsangebote und könne diese rasch an Institutionen und Behörden mit Bedarf weitervermitteln, erklärte Wicki.

Der Bundesrat hat am Freitag darüber informiert, dass er Kantonen im Kampf gegen das Coronavirus kurzfristig erlauben kann, die Tätigkeit bestimmter Wirtschaftsbranchen einzuschränken oder einzustellen. Der Regierungsrat begrüsse diese neue Regel, sagte Stephanie Renner vom Kommunikationsdienst der Regierung. Im Moment gebe es für den Aargauer Regierungsrat aber keinen Grund, von der Regelung Gebrauch zu machen. (nla)

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