Der 40-jährige Badener blickt auf eine lange Politlaufbahn zurück. 2001 wurde er für das Team Baden ins Badener Parlament gewählt. Zweimal trat er aus der Legislative aus, um dann wieder zurückzukehren.

Das Interesse für die Natur und die Umwelt machte sich bei Fricker früh bemerkbar. Nach der Bezirksschule in Baden besuchte Fricker die Kanti, wo er den Typus C (Mathematik) machte und die Matura als Klassenbester absolvierte. Selbstbewusst sagt er: «In Sachen Zahlen und Mathematik bin ich sehr intelligent; ich bin ein präziser Schnelldenker.»

Bei den Sprachen hingegen habe er sich immer die Zähne ausgebissen. Nach einem Zwischenjahr schrieb er sich an der ETH in der Fachrichtung Umweltnaturwissenschaften ein. Das erste Vordiplom schloss er mit einer Note von 5,72 ab. «Ich hatte sehr viel in dieses Vordiplom investiert; wollte wirklich gut abschneiden.»

Doch an diesem Punkt sei er zur Erkenntnis gekommen: «Es lohnt sich gar nicht, so viel zu investieren. Ich möchte gar nicht mehr immer der Beste sein.» Während seines Studiums – damals sass er bereits im Einwohnerrat Baden – gründete er zusammen mit Mitstudenten die Klimaschutzorganisation Myclimate.

Politisch sorgte der ehemalige Präsident der Grünen Aargau in Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen. Erst war da der Tweet im Sommer 2014 nach dem Auffliegen von Geri-Müller-Selfies mit dem Inhalt «Üble Sache Geri, Deine Integrität ruhe in Frieden», den aber nicht er abgesendet habe, beteuert Fricker. Später legte er Geri Müller nahe, als Nationalrat zurückzutreten.

Brisant: Fricker selber hätte Müllers Platz eingenommen. Wenige Monate später warnte er in einem Tweet illegalerweise vor einer Polizeikontrolle. Wieso tappt Fricker immer wieder in diese Fallen? «Ich sage geradeaus, was ich denke, ohne jedes Mal alle möglichen Konsequenzen zu bedenken», gab er vor zwei Jahren zu Protokoll. Aber er habe dazugelernt und begonnen, sich in die Medienrealität zu integrieren.

Schliesslich klappte es dann doch noch mit dem Nationalratsmandat. 2015 konnte er sich im Rennen um Geri Müllers Sitz – dieser wollte sich auf das Stadtammann-Amt in Baden konzentrieren – deutlich gegen Irène Kälin durchsetzen.

Fricker lebt mit seiner Frau und seinen drei Kindern in Baden.