Normalisierung

Einbürgerungsleitfaden soll den langen Weg zum roten Pass vereinfachen

Der Kanton Aargau hofft, dass künftig mehr Menschen den Schweizer Pass beantragen werden.

Der Kanton Aargau hofft, dass künftig mehr Menschen den Schweizer Pass beantragen werden.

Der kantonale Dachverband Arbeit Aargau lanciert einen leicht verständlichen Einbürgerungsleitfaden. Er erhofft sich, Menschen ohne Schweizer Bürgerrecht dadurch zu ermutigen.

Aktuell leben im Aargau rund 170 000 Menschen ohne Schweizer Bürgerrecht und somit auch ohne Stimm- und Wahlrecht. Um diese Personen zu ermutigen, ebenfalls aktiv die Zukunft der Schweiz, des Aargaus, der Wohngemeinden, aber auch der Gesellschaft ganz allgemein mitzugestalten, hat der Dachverband Arbeit Aargau einen Leitfaden entwickelt.

An der Jahresversammlung von Arbeit Aargau wurde der von der Kommission Migration erarbeitete Leitfaden vorgestellt. Er erklärt in einfacher Sprache und übersichtlicher Darstellung das Vorgehen und die Abläufe des Einbürgerungsprozesses und bietet dabei konkrete Hilfestellungen. Dass ein solcher Leitfaden sinnvoll ist, bewies eine Betroffene, die erzählte, wie viele Hürden sie überwinden musste, bis sie endlich den roten Pass in Händen hielt.

Rückblick auf den erfolgreichen Frauenstreiktag vom 14. Juni

Den neuen Leitfaden gibt es nicht in gedruckter Form, sondern als Website im Internet. Unter www.einbuergerungen-aargau.ch werden nicht nur die allermeisten Fragen rund um die Einbürgerung beantwortet; Formulare können ausgedruckt und weiterführende Links angeklickt werden. Zudem bietet Arbeit Aargau auch Unterstützung in konkreten Fällen an. Allerdings gibt es den Leitfaden bisher nur auf deutsch. Als Gast nahm Landstatthalter Markus Dieth an der Jahresversammlung teil. Er berichtete, dass man beim Kanton das Thema Gleichstellung sehr ernst nehme. Er sei stolz auf die fast 5000 Kantonsangestellten, sagte Dieth, sie leisteten hervorragende Arbeit und er sei es leid, dass ihre Leistungen immer wieder schlechtgeredet würden.

An der Jahresversammlung von Arbeit Aargau wurde auch die neue Geschäftsführerin Selina Egger vorgestellt. Die Juristin ist seit dem 1. Juni im Amt. Aus dem Vorstand zurückgetreten sind Patrick Kummer (KV) und Daniel Neves (Unia); neu im Vorstand für die Unia ist Sophie Kwass; ein Sitz bleibt vakant.

Beim Frauenstreik vom 14. Juni 2019 hat Arbeit Aargau die Organisation des Streiktages im Aargau übernommen. Die 7000 Teilnehmenden seien ein grosser Erfolg, sagte Verbands-Präsidentin und Grünen-Nationalrätin Irène Kälin in ihrem Rückblick. Der Streik verpflichte die Politik, in Sachen Gleichstellung endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Allenfalls folge sonst der nächste Streik.

Arbeit Aargau ist der Dachverband für 17 kantonale Arbeitnehmendenverbände. Gegründet wurde er im November 2016. Ziel von Arbeit Aargau ist es, die Interessen der angeschlossenen Verbände im Kanton gemeinsam zu vertreten.

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Autor

Jörg Meier

Jörg Meier

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