Corona-Virus

Einbussen wegen Lockdown: 68 Prozent der Aargauer KMU bereits betroffen

Seit Dienstag befindet sich die Schweiz im Lockdown.

Seit Dienstag befindet sich die Schweiz im Lockdown.

Der Aargauische Gewerbeverband fordert Massnahmen von Bund und Kanton.

Der Aargauische Gewerbeverband (AGV) hat am Montag bei seinen rund 10000 Mitgliedern eine Umfrage durchgeführt, um zu eruieren, wie sie von den Massnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus betroffen sind. «Die ausserordentliche Lage führt zu einer sehr schwierigen Situation für das Gewerbe», schrieb der AGV in einer Mitteilung an die Medien, die düsteren Vorahnungen hätten sich bereits am Mittwoch bestätigt. Nach Antworten von 1000 Angefragten zeige sich, dass 68 Prozent schon in den ersten Tagen von den Massnahmen negativ betroffen seien.

55 Prozent der Gewerbetreibenden stellten demnach bereits einen Umsatzeinbruch fest, 49 Prozent einen Bestellrückgang, bei 23 Prozent fallen Materiallieferungen aus und 20 Prozent sehen sich mit einem Liqui­ditätsengpass konfrontiert (Mehrfachnennungen möglich). Jede sechste betroffene Unternehmung reicht nach Angaben des AGV Kurzarbeit ein und drei Prozent der betroffenen Firmen müssen Kündigungen aussprechen.

«Diese Lageanalyse bereits nach wenigen Stunden nach Inkrafttreten der ausserordentlichen Lage kann nur zu einem Schluss führen: es braucht zur Milderung der Folgen dringend ausserordentliche Massnahmen seitens Bund und Kanton», schreibt der AGV. Wichtig sei aber, dass sich Bund und Kantone in Bezug auf die Massnahmen gut koordinierten, nur damit könne der gewünschte positive Effekt eintreten.

Wie diese Massnahmen aussehen sollen, hat der AGV bereits am Montag öffentlich bekannt gegeben: Kurzarbeitsentschädigung müsse rasch und unbürokratisch erfolgen und Überbrückungsfinanzierungen bei Liquiditätsengpässen einfach möglich sein. Zudem fordert der AGV eine grosszügige und kulante Handhabung der Steuerbehörden bei Stundungsgesuchen für Zahlungspflichten von direkten und indirekten Steuern.

Der AGV trage indes die vom Bundesrat angeordneten ­Massnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Corona-­Virus mit, hält der Verband fest. Auch für ihn stehe die Ge­sundheit der Bevölkerung an erster Stelle, Solidarität und Disziplin seien daher jetzt zwingend. 

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