Solidaritätsaktion

Eine Umfrage zeigt: So verteilen Aargauer Gemeinden die Gutscheine der AKB

3333 Gutscheine mit einem Wert von 50 Franken wurden für nur 35 Franken verkauft.

3333 Gutscheine mit einem Wert von 50 Franken wurden für nur 35 Franken verkauft.

Aargau Tourismus hat zusammen mit der Axpo und der Aargauer Kantonalbank die Gutscheinaktion «Erlebnismoment Aargau» lanciert. Zusätzlich wurden Gutscheine an finanziell Benachteiligte verteilt. Viele Gemeinden setzen bei der Verteilung auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Die Coronakrise und der Lockdown haben das lokale Gewerbe mit voller Wucht getroffen. Auch nach der Wiedereröffnung kauften viele Konsumentinnen und Konsumenten zurückhaltend. Um diesen «Angstmodus» zu überwinden, lancierte Aargau Tourismus gemeinsam mit der Aargauischen Kantonalbank (AKB) und der Axpo anfangs Juni die Aktion «Erlebnismoment Aargau». 3333 Gutscheine mit einem Wert von 50 Franken wurden für nur 35 Franken verkauft. Zusätzlich verteilte die AKB 20'000 Gutscheine à 25 Franken an finanziell Benachteiligte in allen Aargauer Gemeinden.

Die Gutscheine wurden nach Einwohnerzahl an die Gemeinden verteilt. Diese dürfen selbst entscheiden, nach welchen Kriterien sie die Gutscheine vergeben. Gar keine so einfache Aufgabe, wie eine Nachfrage bei einigen Gemeinden zeigt.

Die Hinweise kommen aus der Bevölkerung

In Döttingen wurden die Gutscheine noch nicht verteilt. Die Gemeinde hat im Mitteilungsblatt einen Aufruf an die Bevölkerung gemacht, wie Gemeindeschreiberin Doris Bruggmann auf Anfrage sagt: «Man kann sich selbst melden aber auch jemanden empfehlen, der es verdient hätte. Etwa einen Nachbarn, oder jemanden, der von der Coronakrise getroffen wurde.» Nun wartet die Gemeinde die Rückmeldungen aus der Bevölkerung ab. Es sei eine sehr schöne Idee, sagt Bruggmann, die Verteilung der Gutscheine bringe aber auch Herausforderungen: «Man möchte, dass die Gutscheine zur beabsichtigten Anspruchsgruppe gelangen und gleichzeitig diese auch jemandem schenken, der sie einlöst.»

Auch die Gemeinde Birr hat im Mitteilungsblatt einen Anruf gestartet, wie Gemeindeschreiber Christof Bamberger sagt: «Es können Vorschläge gemacht werden, wen man berücksichtigen sollte. Vielleicht kennt man jemanden, der sich während der Coronakrise besonders engagiert hat oder durch die Krise in finanzielle Engpässe geraten ist.» Es sei nicht ganz einfach, die Gutscheine aus der Solidaritätsaktion der AKB zu verteilen: «Vermutlich können mit der Aktion nicht alle erreicht werden, die es verdient hätten.» Man sei deshalb gespannt und auch angewiesen auf Rückmeldungen aus der Bevölkerung.

Laufenburg informierte ihre Bürgerinnen und Bürger mittels Zeitungspublikation über die Gutscheinaktion. «Die Empfänger sollen Menschen sein, welche durch die COVID-19 Krise in schwierige Lebenssituationen gekommen sind», schreibt der Gemeinderat. Etwa Menschen, die ihre Arbeit verloren haben oder auch solche, die lange Zeit keinen sozialen Kontakt hatten. «Es können aber auch Menschen und Vereine beschenkt werden, welche sich in dieser Zeit besonders für die Mitmenschen engagiert haben.»

Reinach gibt Gutscheine an soziale Stellen weiter

Auch in Reinach ist man dabei, die Gutscheine an die Bevölkerung zu verteilen. Hier setzt man auf die Stellen, die direkt mit finanziell Benachteiligten zu tun haben, wie der Gemeindeschreiber Peter Walz auf Anfrage sagt: «Wir haben die rund 250 Gutscheine etwa an die Pro Senectute, an Schulen, an die Spitex oder an den Sozial- und Einwohnerdienst gegeben.» Die jeweiligen Stellen wüssten besser, wem die Gutscheine helfen könnten, so Walz.

In Aarburg gelangen 243 Gutscheine an die Bevölkerung. Bezugsberechtigt sind vorweg Menschen, welche sich in einer herausfordernden finanziellen Situation befinden sowie Familien mit Kindern, wie Gemeindeschreiber Urs Wicki sagt: «Ihnen soll der Gutschein Ansporn sein und dazu verhelfen, wieder einmal eine schöne Unternehmung zu starten oder ein Essen auswärts zu geniessen.»

Wohlen hat rund 480 Gutscheine erhalten. «Die Gemeinde versucht, bei der Vergabe im Zusammenwirken mit Partnern, wie zum Beispiel dem Gemeinnützigen Frauenverein Wohlen oder der Schulleitung, die Vergabekriterien der AKB bestmöglich zu erfüllen», sagt Caroline Wiederkehr, Leiterin Stabsdienste.

Die Gutscheine werden von 150 Anbietern im Kanton akzeptiert. Vom Hoflädeli, über Restaurants, bis zu Freizeiteinrichtungen: Durch die eingelösten Gutscheine sollen rund 660'000 Franken in das lokale Gewerbe fliessen.

Die Gutscheine waren schnell vergriffen

Andrea Portmann, Direktorin von Aargau Tourismus, ist einen Monat nach Lancierung der Aktion sehr zufrieden. Die Gutscheine im Wert von 50 Franken, welche die Bevölkerung für 35 Franken erwerben konnte, waren schnell vergriffen: «Sie wurden in zwei Wellen verteilt und waren innerhalb von zweieinhalb Tagen über unser Online-Portal verkauft. Wir waren überwältigt von der grossen Begeisterung der Bevölkerung.»

Die gekauften Gutscheine seien bereits im Umlauf: «Es wurden bereits Gutscheine im Wert von über 9500 Franken eingelöst, darunter auch Gutscheine aus dem Kontingent der Gemeinden.» Die Gutscheine würden nicht nur an zwei, drei Hotspots eingelöst, sondern quer durch das ganze Angebot.

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