Ladessausstellung

Elisabeth Schneider-Schneiter über Svizra27: «Wir wollen keine Gewerbeausstellung»

Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL) spricht im Interview über das Projekt Svizra27.

Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP/BL) spricht im Interview über das Projekt Svizra27.

Die Baselbieter CVP-Nationalrätin nimmt im Interview Stellung zum Projekt Svizra27.

Wann haben Sie zum ersten Mal vom Projekt Svizra27 gehört?

Elisabeth Schneider-Schneiter: Mein Aargauer Ratskollege Thierry Burkart ist am Anfang der Idee Svizra27 – damals noch als Nationalrat – auf die Handelskammer beider Basel zugekommen. Tatsächlich konnten wir auf Ebene unseres bikantonalen Wirtschaftsverbandes schon früh eine Kooperation vereinbaren. Es ist wichtig, dass die Wirtschaftsverbände der Nordwestschweiz aktiv mitarbeiten, das Projekt zu initialisieren.

Die Arbeitgeberseite und fünf Kantonsregierungen machen mit. Aber wo sind die Sozialpartner, die Gewerkschaften?

Das ist ein zentraler Punkt. Das Projekt wurde zwar von der Wirtschaft lanciert. Eine breite Akzeptanz kann aber nur durch Einbezug der Sozialpartner geschaffen werden. Schliesslich sollen der Mensch und seine Arbeit im Mittelpunkt stehen. Das kann nur zusammen mit allen Akteuren erfolgversprechend sein. Nachdem nun neben der Wirtschaft auch die Kantonsregierungen die Zusammenarbeit zugesichert haben, werden wir die Sozialpartner ins Boot holen. Wir möchten sie über das Kernthema «Arbeit» gewinnen.

Und doch stehen bis jetzt die Wirtschaftsverbände vorn. Da kommen rasch Befürchtungen auf, es könnte einfach eine riesige Gewerbeausstellung werden.

Eine Landesausstellung muss einen gesamtheitlichen Ansatz haben und für die ganze Gesellschaft einen Mehrwert ausweisen. Svizra27 wird alle Facetten der Arbeit, welche von den Menschen geleistet wurde und noch geleistet werden wird, abbilden. Zudem soll der Austausch zum Thema Arbeit ins Zentrum gerückt werden. Das Projekt heisst ja «Arbeit – Mensch – Zusammenhalt». Wir wollen auf keinen Fall eine Gewerbeausstellung.

Das Projekt ist noch sehr abstrakt. Wann können sich die Leute darunter etwas Fassbares vorstellen?

Die Menschen in der Nordwestschweiz müssen überzeugt werden, dass mit Svizra27 etwas mit der Region für die ganze Schweiz realisiert werden soll. Schliesslich muss das Projekt einer allfälligen Volksabstimmung standhalten. Mit dem Leitgedanken Mensch und Arbeit wird die inhaltliche Richtung
bestimmt.

Im Sommer schreiben wir einen Projektwettbewerb aus, mit welchem unsere Vorgaben von den sich bewerbenden Projektteams umgesetzt werden. In der zweiten Hälfte 2021 stellen wir das Siegerprojekt vor. Dann wird es definitiv konkret. Wir nehmen uns gerade deswegen auch genügend Zeit in der Vorbereitung der Wettbewerbsausschreibung. Nur so sind die Projektteams in der Lage, Inhalte zu entwickeln. 

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