Energiezukunft
Klimaneutrale Schweiz: Experten fordern in Brugg den Kanton zu schnellerem Handeln auf

Der Ausbau der neuen erneuerbaren Energien im Aargau müsse beschleunigt werden, war eines der Voten am Energieanlass des Hightech Zentrum Aargau. Wo sonst noch Verbesserungen nötig sind.

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Das Hightech Zentrum Aargau hat den Fokus des diesjährigen Energieanlasses auf die Energiezukunft gelegt. Dazu schreibt es: «Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 stellt eine anspruchsvolle Herausforderung dar.» Der Aargau habe viel zu bieten an innovativen Lösungen zur notwendigen Dekarbonisierung, also der Schaffung einer kohlenstofffreien Wirtschaft im Rahmen der Energiewende.

120 Gäste wohnen dem Anlass bei

Peter Morf, Leiter Energietechnologien und Ressourceneffizienz HTZ, begrüsst seine Gäste.

Peter Morf, Leiter Energietechnologien und Ressourceneffizienz HTZ, begrüsst seine Gäste.

Hightech Zentrum Aargau

Gastgeber Peter Morf, Leiter Energietechnologien und Ressourceneffizienz des Hightech Zentrums, betonte: «Der Umbau des Energiesystems, hin zu einer vollständig dekarbonisierten Energiebereitstellung, muss jetzt engagiert angegangen werden, damit sich heutige und künftige Innovationen ausbilden und auch wirklich durchsetzen können.» Morf begrüsste im Technopark Aargau 120 Gäste am ganztägigen Anlass.

Restemissionen sind unvermeidbar

Um das Ziel einer klimaneutralen Schweiz («Netto-Null») bis 2050 auch wirklich zu erreichen, sei eine massive Beschleunigung des 2017 beschlossenen Systemumbaus erforderlich, sagte Almut Kirchner, Direktorin der Prognos AG. Die Firma ist eines der ältesten Wirtschaftsforschungsunternehmen Europas mit Sitz in Basel.

Almut Kirchner, Direktorin der Prognos AG, bei ihrer Rede.

Almut Kirchner, Direktorin der Prognos AG, bei ihrer Rede.

Hightech Zentrum Aargau

Gemäss Szenarienrechnungen werden sich bis 2050 Restemissionen nicht vermeiden lassen. Diese fielen vor allem in der Landwirtschaft an, in industriellen Prozessen, etwa bei der Produktion von Zement und bei der Kehrichtverwertung. Erreichen lässt sich die Null in der Bilanz nur durch den Einsatz von CCS (CO2-Abscheidung an Anlagen und -Speicherung) und NET (Entnahme von CO2 aus der Atmosphäre, hauptsächlich durch die Nutzun von Biomasse), schreibt das Hightech Zentrum.

Energieeffizienz wird zentral

Prognos-Direktorin Almut Kirchner betonte, dass Energieeffizienz eine zentrale Voraussetzung dafür sei, die gesetzten Ziele zu erreichen. Sie erleichtere den Systemumbau und verringere die Abhängigkeit vom Ausland. Strom werde zum Hauptenergieträger für Wärme (Gebäude) und Mobilität. Elektrofahrzeuge und Wärmepumpen seien effiziente und kostengünstige Alternativen zu konventionellen Verbrennungsmotoren und Heizsystemen. Die Potenziale für erneuerbare Energien müssten stark ausgenutzt werden.

Im Aargau sei zudem ein starker Ausbau vor allem im Bereich der Solarenergie nötig, führte Adrian Fahrni, Leiter Abteilung Energie beim Kanton Aargau, am Energieanlass aus. Er erinnerte daran, dass die Dekarbonisierung des Gebäudesektors im Aargau zu langsam voranschreite und der Ausbau der neuen erneuerbaren Energien beschleunigt werden müsse. Mit der forcierten Expansion der Photovoltaik leiste der Kanton Aargau seinen Beitrag zum Ziel Netto-Null bis 2050, aber die Installationsraten müssten schnell erhöht werden. (az)

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