Mit diesem Planungsbericht unterbreitet der Regierungsrat dem Aargauer Grossen Rat eine strategische Auslegeordnung, wie er den zusätzlichen Schulraumbedarf bis 2045 decken will und welche weiteren Schritte dazu notwendig sind. Das Kantonsparlament soll den Planungsbericht mit seinen neun Leitsätzen im dritten Quartal dieses Jahres beraten.

Bestehende Kantonsschulen ausbauenGenehmigt das Parlament diese Eckwerte, können die weiteren Planungsschritte zum Bau von zwei zusätzlichen Mittelschulstandorten in die Wege geleitet werden. Parallel dazu will die Aargauer Regierung das Ausbaupotenzial an den bestehenden Standorten in Aarau, Baden, Wettingen und Wohlen nutzen.

Letztmals wurden die Aargauer Mittelschulen vor rund 50 Jahren konzeptionell überdacht. Dabei entstand die heutige Mittelschullandschaft. Das Konzept von 1968 sah die Dezentralisierung der Kantonsschulstandorte vor, führte zum Bau der Kantonsschule Zofingen und zur Umnutzung der ehemaligen Lehrerseminare in Wohlen, Wettingen und Aarau.

Mittelschule im Fricktal schon 1968 ein Thema

Schon damals stand der Bau einer Mittelschule im Fricktal zur Debatte. Darauf wurde dann aber verzichtet. Der Grossteil der Fricktaler Schülerinnen und Schüler besucht deshalb die Gymnasien in Basel-Landschaft und Basel-Stadt. Inzwischen reichen die Schülerzahlen aber zur Führung eines eigenen Standorts im Fricktal aus.

Gleichzeitig haben die Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt den Druck ihres eigenen demografischen Wachstums zu meistern. Eine längerfristige Aufnahme der Fricktaler Mittelschülerinnen und Mittelschüler ist deshalb nicht mehr gegeben. Mit einem neuen Standort im Fricktal können künftig alle Aargauer Schülerinnen und Schüler ihre Maturität im eigenen Wohnkanton erlangen.

Mit dem bereits geplanten Ausbau der bestehenden Mittelschulen in Baden und Wettingen in den Jahren 2025/2026, der Gründung einer Kantonsschule im Fricktal, einem moderaten Zuwachs an der Alten Kantonsschule Aarau sowie einem moderaten Ausbau der Kantonsschule Wohlen kann der zu erwartende Schulraumbedarf bei weitem nicht gedeckt werden.

Standortentscheide im Jahr 2021

Deshalb wird mittelfristig die Gründung einer weiteren Kantonsschule notwendig. Aufgrund der Einzugsgebiete soll diese im Aargauer Mittelland, im Grossraum Brugg-Lenzburg, angesiedelt werden. Gemäss Planungsbericht sind die Standortentscheide für 2021 vorgesehen. Mögliche Standorte für diese Schule sowie auch für die neue Mittelschule im Fricktal sind schon bekannt.

Die nötigen Entscheide zu Projektierungs- und Ausführungskrediten sollen 2023 für den Standort Fricktal und 2024 für den Standort Aargauer Mittelland getroffen werden. Die Eröffnung der Kantonsschule im Fricktal wird per 2028 angestrebt, jene der neuen Kantonsschule im Aargauer Mittelland per 2030.

Auf Stufe Mittelschulen steigt die Anzahl der Aargauer Schülerinnen und Schüler bei unveränderter Maturitätsquote gemäss den demografischen Prognosen bis ins Jahr 2045 von heute rund 6000 auf rund 7500 an. Dazu kommen rund 500 Schülerinnen und Schüler, die ein Gymnasium in den Kantonen Basel-Landschaft oder Basel-Stadt besuchen.

Grosse aber nicht übergrosse Schulen

Der Kanton Aargau will grosse, aber nicht übergrosse Kantonsschulen betreiben, wie es in einem der neun Leitsätze formuliert wird. Konkret bedeutet dies, dass die Mittelschulen zwischen 1500 und 500 Schüler und Schülerinnen bzw. zwischen 22 und 66 Abteilungen umfassen sollen.

Zudem soll das Aargauer Mittelschulsystem nach Umsetzung des Planungsberichts eine gewisse Raumreserve aufweisen, damit nicht wenige Jahre nach Eröffnung bereits wieder ausgebaut werden muss.

Jetzt sei der Zeitpunkt gekommen, die nötigen Schritte in die Wege zu leiten, damit der Kanton Aargau auch den kommenden Generationen ein vollständiges Bildungsangebot bereitstellen könne, sagte der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler (SVP) am Donnerstag vor den Medien in Aarau.