In der Welt umherreisen und Freundschaften pflegen: Ungefähr so ist es, wenn Mario Delvecchio im Rahmen des Ambassador Clubs unterwegs ist. Der 59-jährige Badener ist nicht nur ein normales Mitglied der weltweit vertretenen Vereinigung, sondern besetzt seit sechs Jahren auch den Posten des Internationalen Generalsekretärs.

Delvecchio stiess durch seinen ehemaligen Schwiegervater zum Club: «Er hat mich vor Jahren motiviert, einen Ambassador Club in Baden zu gründen. Er war Vize-Präsident des Schweizer Ambassador Clubs.» Im Jahr 1998 gründete er mit Kollegen den regionalen Club vom Stein Baden, bis in das Jahr 2005 führte er diesen als Präsident. Im Club-Lokal und Stadtbistro Isebähnli trifft man sich regelmässig zum Austausch.

Ziel der Ambassadoren seien das Pflegen von politisch und religiös unabhängigen Freundschaften und der Austausch zwischen verschiedenen Kulturen, sagt Delvecchio: «Die Idee kommt aus dem Humanismus.

Dabei stehen Werte wie das Achten der Menschenwürde, Toleranz und Hilfsbereitschaft im Zentrum.» Bei Treffen mit anderen Ambassador Clubs stehen meist gemeinsame Essen und diverse Ausflüge auf dem Programm. Wenn es die Situation erfordert, greifen sich die Ambassadoren gegenseitig unter die Arme.

Nachdem der Taifun Haiyan in den Philippinen gewütet hatte, beteiligten sich Mitglieder weltweit an einer internen Spendenaktion. Das gesammelte Geld wurde für den Wiederaufbau von Schulen eingesetzt. Bei all den Nationen und Kulturen gebe es auch witzige Momente: «Ich rief ein Mitglied in den Philippinen an, da ich Unterlagen brauchte, bedachte aber den Zeitunterschied von acht Stunden nicht», erzählt Delvecchio. «Der Kollege fragte, ob ich eigentlich wisse, wie spät es gerade sei. Ich weckte ihn aus dem Schlaf, da es in den Philippinen mitten in der Nacht war.»

Bei Reisen im Zeichen des Ambassador Clubs kommt Delvecchio auch regelmässig in Kontakt mit bedeutenden Staatsoberhäuptern oder Regierungsvertretern des jeweils besuchten Landes: «Manchmal komme ich mir vor wie ein Bundesrat.»

Dabei habe er auch schon Persönlichkeiten getroffen wie den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte im April des letzten Jahres. Duterte gilt als umstritten, da er rigoros gegen die Drogenszene in den Philippinen kämpft, Medien berichteten von unschuldigen Todesopfern. Sind Begegnungen mit solchen Diktatoren mit Humanismus vereinbar? Delvecchio relativiert: «Unsere Aufgabe ist nicht, Staatschefs zu kritisieren. Es geht um einen ungezwungenen Austausch.»

Da kämen Themen auf, wie die politische Schweiz funktioniert, weil solche Personen auch mal weniger brisante Gespräche schätzten. Treffen mit Landespräsidenten, das klingt exklusiv. Einige Momente blieben im Gedächtnis, bestätigt Delvecchio: «Ich durfte am Memorial Day im amerikanischen Arlington den früheren US-Präsidenten Barack Obama aus nächster Nähe filmen. Obama wurde auf dem Militärfriedhof im Auto einen Meter an mir vorbeichauffiert.»

Noch immer Feuer und Flamme

Im September gilt es für den Ambassador Club, unter anderem einen neuen Internationalen Generalsekretär zu wählen. Mario Delvecchio möchte den Posten neben seinem Beruf als Chef der Meier Druck AG in Dättwil drei weitere Jahre ausüben: «Dabei rechne ich mir gewisse Chancen aus, weil nur ein Schweizer oder ein in der Schweiz wohnhaftes Mitglied Internationaler Generalsekretär sein kann.» Ihm kommt die Gründung des Clubs in Bern entgegen, die somit auf Schweizer Recht basiert.