Langer Streit

Erfolgreiche Klage der Fischer: Kanton lässt Schlamm aus dem Klingnauer Stausee nun vollständig entsorgen

Um die weitere Verlandung des Klingnauer Stausees durch angeschwemmte Sedimente zu verzögern, wird ein Seitenarm des Klingnauer Stausees reaktiviert.

Um die weitere Verlandung des Klingnauer Stausees durch angeschwemmte Sedimente zu verzögern, wird ein Seitenarm des Klingnauer Stausees reaktiviert.

Der Kanton lässt den Klingnauer Stausee ausbaggern. Das Material soll aber nicht in den Rhein gelangen.

Seit über einem Jahrzehnt streiten sich Kanton und Fischer über ein Projekt zur Ausbaggerung des Klingnauer Stausees. Der See ist ein wichtiges Vogelschutzgebiet, er verlandet aber zusehends. Deshalb soll ein Seitenarm ausgebaggert werden, das Projekt wurde vor 13 Jahren gestartet.

Umstritten ist nicht die Ausbaggerung des Schlamms, sondern dessen Entsorgung. Der Kanton sieht vor, einen Teil dieser Sedimente, die mit Schwermetallen und Chemikalien belastet sind, weiter unten in den Rhein einzuleiten.

Kanton zieht Urteil nicht ans Bundesgericht weiter

Dagegen klagte der Fischereiverband – und erhielt vom Verwaltungsgericht recht. Das Vorhaben des Kantons, Sedimente dem Fluss zuzuführen, bedeute eine Verunreinigung im Sinn des Gewässerschutzgesetzes. Nun ist klar: Der Kanton akzeptiert das Urteil und verzichtet auf eine Beschwerde ans Bundes- gericht. In einer Mitteilung hält das Departement Bau, Verkehr und Umwelt fest, der Kanton sei mit der 2018 erteilten Konzession für das Kraftwerk Klingnau verpflichtet, das Projekt möglichst rasch zu realisieren. Bei weiteren Verzögerungen trage der Kanton das Risiko für vergleichbare Massnahmen – mit derzeit unbekannt hohen Folgekosten. Um dies auszuschliessen, hat die Regierung beschlossen, ein Projekt zur Entsorgung sämtlicher Sedimente in einer Deponie zu erarbeiten und dem Grossen Rat vorzulegen.

Wie teuer wird die Variante, bei der gar kein Schlamm in den Rhein gerät? «Konkrete Zahlen gibt es erst, wenn das neue Bauprojekt vorliegt», sagt Norbert Kräuchi, Leiter der Abteilung Landschaft und Gewässer, auf Anfrage. Die Lösung mit teilweiser Einleitung des Schlamms hätte rund 2,9 Millionen Franken gekostet. Das Projekt mit vollständiger Entsorgung werde deutlich teurer, sagt Kräuchi.

Naturparadies Klingnauer Stausee in 27 Bildern:

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