Kurswechsel
Erst bewilligt der Kanton Feuerwerksverkäufe, dann fährt an Silvester die Polizei vor

Das ging schnell: Noch am Montag gab es grünes Licht für Drive-in-Feuerwerksverkäufe im Aargau, doch an Silvester fuhr dort plötzlich die Polizei vor. Gemäss Recherchen von Tele M1 hat sich die Kantonsärztin sprichwörtlich um fünf vor zwölf umentschieden.

Simone Morger
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Noch schnell einkaufen vor den Feiertagen – das machten wohl so einige Schweizerinnen und Schweizer am 31. Dezember. Vor den Drive-in-Feuerwerksverkäufen im Aargau stauten sich die Autos, wie Tele M1 berichtet. Per Drive-in konnten Kundinnen und Kunden dort Feuerwerk durchs Autofenster kaufen. «Eine super Idee», so ein Kunde. Und vermeintlich corona-konform.

Doch für einige die Aargauer sollte es zum Festessen keine Knaller geben: Just in jenem Moment, als die TV-Journalisten beim Feuerwerksverkauf in Suhr filmten, fuhr die Regionalpolizei vor und stoppte den Verkauf. Ähnliche Szenen spielten sich gemäss Tele M1 auch in Buchs ab.

«Hau-Ruck-Aktion» der Kantonsärztin

Yvonne Hummel, Kantonsärztin.

Yvonne Hummel, Kantonsärztin.

Severin Bigler

Eine «Hau-Ruck-Aktion» bezeichnet das der Regionalsender in seinem Bericht. Noch am Montag habe das Departement für Gesundheit und Soziales schriftlich grünes Licht gegeben für solche Feuerwerksverkäufe, am Mittwoch dann aber hätte sich die Kantonsärztin umentschieden: Feuerwerk gehöre nicht zum täglichen Bedarf und der Verkauf sei somit verboten.

Seit dem 21. Dezember müssen die Läden im Kanton Aargau geschlossen bleiben, verkauft werden dürfen nur noch Lebensmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs.

«Kantonspolizei hat Konzept abgenommen»

Bis zu den Verkäufern ist dieser Entscheid offenbar nicht durchgedrungen, sie waren überrumpelt vom Polizeibesuch am Silvesternachmittag. «Die Kantonspolizei war schliesslich da und hat unser Konzept abgenommen», sagt etwa der Verkäufer in Suhr.

Kantonsärztin Yvonne Hummel wollte gemäss Tele M1 nicht vor die Kamera stehen, gegenüber der AZ bestätigte Regierungssprecher Peter Buri, dass mit den Polizeieinsätzen die geltenden Corona-Schutzmassnahmen im Aargau durchgesetzt worden seien. Dass der Verkauf unter freiem Himmel stattgefunden hat, spiele keine Rolle: «Märkte sind schliesslich auch nicht erlaubt.»