Kommentar

Familienplanung geht Politik nichts an

Unseren Sozialwerken liegt der Gedanke der Solidarität zugrunde.

Unseren Sozialwerken liegt der Gedanke der Solidarität zugrunde.

Unsere Autorin fordert, das offen über Anpassungen der Sozialhilfe diskutiert werden darf. Dabei soll die Debatte aber fundiert bleiben.

Sozialhilfe darf kein Tabuthema sein. Es muss möglich sein, Anpassungen zu diskutieren, die sicherstellen, dass die Kosten weiter zu bewältigen sind und das Geld jenen zugutekommt, die es wirklich brauchen. Die Politik muss auf veränderte gesellschaftliche Realitäten reagieren und diese thematisieren dürfen. Dazu gehört die Tatsache, dass Migrantinnen und Migranten mehr Kinder haben und häufiger von der Sozialhilfe abhängig werden als Schweizer.

Statt die Ursachen durch einfacheren Zugang zum Arbeitsmarkt oder Integrationsangebote zu bekämpfen, will SVP-Grossrätin Martina Bircher bei ausländischen Grossfamilien auf
Repression setzen. Das widerspricht dem Gedanken der Solidarität, der den Sozialwerken zugrunde liegt. Alle in der Schweiz wohnhaften Personen müssen Zugang dazu haben, unabhängig von kulturellem Hintergrund und Lebensweise. Und auch davon, ob sie Kinder oder Erwachsene sind.

Bei den Kindern anzusetzen, ist spe-ziell schwierig. Diese sind in keiner Weise für ihre Situation verantwortlich, würden aber unter der Deckelung der Gelder leiden. 200 Franken mehr pro Familie im Monat belasten die Sozialhilfe wenig, für ein Kind entscheiden sie aber im schlimmsten Fall darüber, ob es genug zu essen und anzuziehen hat. Dieses Risiko darf der Aargau nicht eingehen.

Wer bereits von Armut betroffen ist, tut gut daran, sich Familienzuwachs gut zu überlegen. Der Entscheid muss aber ein persönlicher bleiben, da hat die Politik nicht mitzureden.

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